Neue Anlage erschließt 150 Grundstücke

Die Ortsentwässerung in einer Streusiedlung mit viel Berg und Tal hat es in sich. Wird ein Etappenziel erreicht, so wie jetzt, atmen alle Beteiligten auf.

Rittersgrün.

Die Abwasserentsorgung in Rittersgrün nun einen großen Schritt in die Zukunft gemacht: Auf dem Standort zwischen Eisenbahnmuseum und Pöhlwasser ging vor kurzem die neue Kläranlage offiziell in Betrieb. Überflutungssicher errichtet und ins Prozessleitsystem der Wasserwerke einbezogen, ist sie mit Baukosten von 993.000 Euro brutto Kernstück eines zentralen Druckentwässerungssystems. Mit dessen Aufbau begann der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) Anfang 2016. Zu den 86 Grundstücken, die nunmehr angeschlossen sind, kommen nächstes Jahr nach jetzigem Stand 64 hinzu.

"Dann wären mehr als die Hälfte der Rittersgrüner Einwohner mit ihren Häusern an das zentrale System angeschlossen", erklärte ZWW-Geschäftsführer Frank Kippig. Daran war beim Vorstellen der ersten Planungen vor einigen Jahren noch nicht zu denken. Um die zum Großteil im Tal des Pöhlwassers und an seinen Hängen liegende Streusiedlung abwasserseitig zentral zu erschließen, wurde ein Druckentwässerungssystem konzipiert - als Ersatz für Gruben oder für zum Teil erst beabsichtigte Kleinkläranlagen. "Es gab fachliche, auch emotional geführte Diskussionen. Da war viel Überzeugungsarbeit zu leisten, zumal ja auch privat investiert werden muss", blickte Ortsvorsteher Thomas Welter zurück. Dass der Zweckverband ein Komplettangebot unterbreitet, das auch die Wartung der Pumpen und einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr mit beinhaltet, sei für viele Grundstückseigentümer ein entscheidendes Argument für den Anschluss gewesen.

Angesichts der schwierigen topografischen Verhältnisse einerseits, der Auflagen im Umweltinteresse andererseits hält Breitenbrunns Bürgermeister Ralf Fischer die jetzt im Ortsteil Rittersgrün wirksam werdende Lösung für gut. "Allen Beteiligten, von der Planung bis zum Bau, den Anliegern und Nutzern gilt ein großer Dank", so Fischer. "Wir hoffen, in dieser Richtung weiter investieren zu können." Abgestimmt mit der Kommune, will der ZWW voraussichtlich 2019 im Ortsteil Tellerhäuser und 2020 im Ortsteil Antonsthal die Abwasserthematik klären. Da hofft man dann auf ein ebenso gutes Miteinander aller Partner. Ein Beispiel aus Rittersgrün gab Markus Löffler, geschäftsführender Gesellschafter der bauausführenden Phoenix-Bau GmbH Aue, zum Besten. Als der 10,5 Meter lange Kläranlagenbaukörper angeliefert wurde, schaffte es - trotz aller Planungen - der Tieflader nicht aufs Grundstück. Unkompliziert half der Nachbar, das Schmalspurbahnmuseum. "Und so bekamen wir zum ersten Mal solch ein Riesenteil auf Schienen bis an die Baustelle geliefert", sagte Löffler.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...