Neue Attraktion im Auer Zoo: Mini-Hirsche haben Nachwuchs

Vier kleine Huftiere gibt es jetzt im Zoo der Minis. Das jüngste ist nur wenige Tage alt. Das Gehege erkundet das Kalb mit viel Vorsicht.

Aue.

Die Gruppe der Mini-Hirsche - der sogenannten Formosa-Zwergmuntjaks - ist im Auer Zoo der Minis um ein Mitglied gewachsen: Vor wenigen Tagen wurde ein männliches Kalb geboren. Im natürlichen Lebensraum dieser Tiere ist es üblich, dass sich der Nachwuchs im dichten Unterholz verborgen hält, bis er seiner Mutter folgen kann. Das im Auer Tierpark war in den vergangenen kühlen und nassen Tagen bisher auch nur im trockenen Stall. Die Tierparkmitarbeiter hoffen aber, dass es nun bald den Weg ins Gehege findet, "jetzt, wo es wärmer ist und die Sonne scheint", so Tierparkchefin Bärbel Schroller.

Tierpfleger Sandro Uhlig setzt dabei auf Freiwilligkeit. "Für das Jungtier ist es besser, wenn es den ersten Schritt nach draußen selbstständig macht, dann findet es auch von allein den Weg wieder zurück in den Stall", begründet er. Die Muntjaks sind sehr scheue Tier. Anders ist das, wenn einer der Tierpfleger das Jungtier hochnimmt. Dann kann dessen Vater auch schon mal aggressiv werden. Und auch wenn er so harmlos aussieht, mit seinem Geweih, den zu Hauern umgebildeten Eckzähnen und den spitzen Klauen verfügt er über Waffen, die er gegen die Tierpfleger einsetzen kann. "Damit ist nicht zu spaßen", so Bärbel Schroller.

Das Jungtier sei jetzt "aus dem Gröbsten raus", sagt Schroller, und wiege etwa ein Kilogramm. Die ausgewachsenen Tiere bringen zwischen 12 und 15 Kilogramm auf die Waage. Die Eltern des neugeborenen Muntjaks kamen vor etwa sechs Jahren in den Zoo der Minis und sind etwa auch so alt. Der Vater heiß Taipeh, die Mutter Lan Yu. Das vierte Tier in der Gruppe ist das 2018 geborene Weibchen. Mit Aue sind es nur drei Zoos in Deutschland, die diese Gattung der Hirsche halten. Eine andere Gattung, die der Chinesischen oder Zwerg-Muntjaks, gelten in der Europäischen Union als invasive Tierarten und sollen nicht in Tierparks gehalten und gezüchtet werden. Hintergrund ist, dass in England zu Beginn des 20. Jahrhunderts Muntjaks zur Jagd ausgesetzt wurden und sich dort massiv vermehrt haben. Ausgenommen von dem Verbot der Einfuhr und der Haltung sind Formosa-Zwergmuntjaks. Formosa hieß Taiwan, als es niederländische Kolonie war. Dort ist die Heimat dieser Tierart.

Das jetzt im Auer Tierpark geborene männliche Kalb kann etwa ein Jahr dort bleiben, dann drohen Auseinandersetzungen mit seinem Vater. Abnehmer finden sich laut Sandro Uhlig immer für die Tiere, da sie in Deutschland recht selten sind. Wer die Mini-Hirsche entdecken will, braucht Geduld und geübte Augen. Sie verstecken sich gern hinter Bäumen oder im Gebüsch. Und sie kommen nicht ans Gitter, wie das neugierige Ziegen tun. Man kann sie nur aus der Ferne betrachten.

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