Neue Heizung im Gotteshaus gut für Gläubige und fürs Holz

Die Kirche "Zur Ehre Gottes" in Bernsbach wird saniert. Das Herzstück für den 1681 fertiggestellten Sakralbau ist die neue Heizung. Das lässt sich die Gemeinde viel kosten.

Lauter-Bernsbach.

Eine Großbaustelle ist derzeit die Kirche "Zur Ehre Gottes" in Bernsbach. Die evangelisch-lutherische Gemeinde lässt den 1681 fertiggestellten, achteckigen Sakralbau sanieren. "Das haben wir uns schon lange gewünscht", berichtet Pfarrer Thomas Lißke.

Denn der Zahn der Zeit nagte an vielen Stellen. Die Betonfußböden waren vor allem im Bereich der Gänge beschädigt und nur provisorisch geflickt oder mit roten Teppichläufern überdeckt worden. "Das bereitete bei der Reinigung immer viele Umstände." Aber auch die Dampfheizung war in die Jahre gekommen. "Uns zu entscheiden, wie wir das Problem angehen, hat einige Zeit gekostet", so Lißke. Letztlich fiel die Wahl auf eine moderne Warmwasserheizung, die nun allen Gläubigen warme Füße bescheren soll. "Früher liefen die Heizungsrohre nur außen um das Kirchenschiff herum." Nun befinden sie sich direkt unter den Sitzbänken. "Das ist auch gut fürs Holz."

Auf Letzteres muss in Bernsbach geachtet werden. Denn viel von diesem Rohstoff ist im denkmalgeschützten Gotteshaus verbaut. "Die Temperatur im Inneren darf pro Stunde nicht mehr als zwei Grad Celsius hoch oder runter variieren." Sonst arbeite das Holz - etwa der Säulen - zu viel und bekommt Risse.

Und wie es beim Bau nun einmal so ist: Manche Sachen wurden erst im Verlauf der Arbeiten entdeckt. "So müssen wir die Elektrik teils erneuern und Seitenwände neu verputzen, damit uns die Holzverkleidung nicht abrutscht", sagt Lißke. Die Altarstufe wird ebenfalls erneuert. Sie hatte an vielen Stellen Risse und war ausgebrochen, entsteht nun aus Sandstein neu.

Der Pfarrer ist froh, dass alles in einem Zug saniert werden kann. Für die 173.000 Euro teure Schönheitskur waren ursprünglich zwei Bauabschnitte in zwei Jahren angedacht. "Jetzt wird alles gemacht."

Im Juni ging es nach großer Ausräum- und Einpack-Aktion los. Der wertvolle Altar und die von 1999 stammende Wünning-Orgel mussten staubdicht eingehüllt werden. "Da packten viele Helfer mit an." Lißke hofft, dass dies beim großen Saubermachen in der 1650-köpfigen Gemeinde erneut so ist. "Zum Kirchweihfest am 23. September wollen wir hier Gottesdienst halten", sagt er und ist zuversichtlich, dass es klappt. Bis dahin weichen die Bernsbacher ins Kirchlein nach Oberpfannenstiel, in die Landeskirchliche Gemeinschaft oder ins Gemeindezentrum aus.

"Wir liegen aber gut im Zeitplan." Zumal die Bauarbeiter angesichts der Hitze den Arbeitsplatz im kühlen Gotteshaus schätzen, sagt Lißke und schmunzelt. "Wir sind froh, dass wir fast ausschließlich Handwerker aus der hiesigen Region gewinnen konnten."

Von den 173.000 Euro für die Sanierung der Kirche steuert die Landeskirche 60.000 Euro bei. Etwa 25.000 Euro gibt der Denkmalschutz dazu, den Rest stemmt die Gemeinde aus Eigenmitteln und Spenden. "Ich denke, noch um die 15.000 Euro brauchen wir. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das zusammenbekommen", so Lißke.

Nach dem Bau soll 2019 die noch junge Orgel ihre erste Generalüberholung erfahren. "Danach sind wir dann erst mal durch."

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