Neues Augenzentrum soll Versorgungslücke schließen

Drei Fachärzte sind ab sofort im Schneeberger Krankenhaus für Patienten da. In neue Technik und Räume floss ein hoher sechsstelliger Betrag.

Schneeberg.

Am Monitor treten die Gefäße gestochen scharf hervor, selbst die zartesten Netzhautlinien sind gut sichtbar. Arzt Patrick Straßburger entgeht so beim Blick ins Augeninnere des Patienten nichts - dem Messgerät für 80.000 Euro sei Dank. "Das ist modernste Technik, die ohne umständliche Kontrastmittel auskommt", sagt der Leiter des neuen Augenzentrums am Schneeberger Bergarbeiterkrankenhaus. Der Betrieb der Ambulanz ist seit Anfang Juli im Stillen angelaufen. Aber schon jetzt reicht der Terminstau bis Jahresende. "Das zeigt die Notwendigkeit", sagt er.

Mit zwei augenärztlichen Fachärzten - Daniel Barta und Marek Konarik - besetze er im Augenzentrum 1,5 freie Facharztstellen nach dem Schlüssel der Kassenärztlichen Vereinigung. In Schneeberg gibt es nur noch einen niedergelassenen Augenarzt. "Das reicht nicht mehr. Deshalb wollen wir versuchen, die große Lücke ein bisschen zu schließen", sagt Straßburger, der parallel dazu weiterhin als Oberarzt an der Klinik für Augenheilkunde des Chemnitzer Klinikums tätig ist. Beide Häuser - das in Chemnitz und das in Schneeberg - gehören zusammen. In der Bergstadt wurde für das neue Angebot eine hohe sechsstellige Summe in Räume und Technik investiert. Es gibt einen Wartebereich, zwei große Untersuchungsräume und Platz für kleinere Eingriffe.


Angeboten werden Sprechstunden, etwa wenn es um Fragen geht wie: Brille oder nicht? Zudem sollen zwei operative Behandlungsangebote entwickelt werden, etwa für den Bereich der Makula-Degeneration, von der vor allem Senioren betroffen sind. "Im Sehzentrum der Netzhaut werden mit zunehmendem Alter die Netzhautzellen umgebaut", erklärt Straßburger. Folgen sind ein verzerrtes oder unscharfes Sehen, teils mit Wellenlinien. Davon seien 80 Prozent der über 75-Jährigen betroffen. Unter einer aggressiven Form leiden gar 15 Prozent der über 80-Jährigen. "In dieser Region besonders. Da unsere Gesellschaft immer älter wird, tritt auch das immer häufiger auf."

Meist hilft eine Spritzentherapie, die in Schneeberg ab Oktober angeboten wird. "Auch Erkrankungen des Auges, die durch Diabetes entstehen, können wir behandeln", sagt der 38-Jährige. Der gebürtige Chemnitzer hat bis 2006 an der Uni Dresden studiert, ehe er von 2008 bis 2013 in Chemnitz als Assistenzarzt seine Facharztausbildung machte.

Als Leiter des Augenzentrums in Schneeberg will er vor Ort als zweites Standbein die Behandlung des Grauen Stars - die Trübung der Augenlinse im Alter - etablieren. "Das ist gut operierbar, selbst ambulant", sagt Straßburger, der damit Ende des Jahres starten will. Dabei baut er auf eine enge Kooperation mit niedergelassenen Kollegen. "Es geht nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen. Wir wollen eine bessere Versorgung gewährleisten - zugunsten der Patienten."

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