Nixen-Sucher vorerst gestoppt

Das Landesamt für Archäologie hat die Einstellung der Arbeiten verlangt. Nun brauchen die Heimatfreunde eine Extra-Genehmigung.

Aue-Bad Schlema.

Nix da mit Nixe: Im Landesamt für Archäologie Sachsen verfolgt man die Bemühungen von Auer Heimatfreunden, eine Skulptur aus dem ehemaligen Freibad an der Hakenkrümme zu heben, mit Misstrauen. Die Suche sei einzustellen, hat die für Westsachsen zuständige Referatsleiterin Christiane Hemker verfügt. Die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt teilte den Heimatfreunden daraufhin mit, sie bräuchten eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung, um weiterzumachen. Das sind höfliche Worte für ein- und denselben Sachverhalt: Es darf vorerst nicht mehr gegraben werden.

Dabei schien das Wühlen nach der Plastik, die in der Wismut-Zeit zusammen mit dem gesamten Freibad unter Abraum, Schlamm sowie später Haus- und Industrieabfällen verschüttet worden ist, völlig legal zu sein. Gegenwärtig saniert die Wismut das Areal. Im Zuge dessen wird der Hang, unter dem die Nixe liegen müsste, neu konturiert. Die Arbeiter achten darauf, ob irgendwann vielleicht die Nasenspitze der 1927 vom Dresdner Bildhauer Eugen Hoffmann für 10.000 Reichsmark (40.000 Euro) geschaffenen Figur aus der Erde schaut.

Ihren bislang größten Erfolg erzielten die Heimatfreunde, indem sie selbst zu Hacke und Schaufel griffen. Dabei wurden der Sockel, auf dem die Figur saß, sowie ein Stück der Mauer, vor dem die Nixe gestanden hat, freigelegt. Diese Arbeiten waren jedoch nicht von den Genehmigungen gedeckt, die der Wismut vorliegen, erklärt Christoph Heiermann, Sprecher des Landesamtes für Archäologie: "Die Wismut geht nicht so tief. Es besteht auch keine Notendigkeit, eine zusätzliche Schachtung zu machen, da keine Gefahr im Verzug ist."

Derzeit haben die Heimatfreunde nicht vor, noch einmal Hand anzulegen. "Wir haben den Standort eingegrenzt, ab jetzt sind die Massen, die bewegt werden müssen, zu groß", sagt Ralf Ebert, der die Suche initiiert hatte. "Ich hoffe, dass die Stadt die nötige Genehmigung beantragt. Das wäre der nächste Schritt."

Oberbürgermeister Heinrich Kohl sagte der "Freien Presse", er könne sich vorstellen, einen entsprechenden Antrag zu unterstützen. Stadtrat Oliver Titzmann hat Kohl sogar darum gebeten, sich der Sache anzunehmen. Er glaubt, dass das Landesamt die Situation vor Ort verkennt. "Es handelt sich hier keinesfalls um einen Eingriff in eine archäologisch zu schützende Bodensituation, sondern um Aushebungen auf einer Schutthalde", sagt er. "Hier beschädigen die Hobby-Historiker nichts. Sie suchen nach einer Skulptur, die keinen Kunstwert besitzt."

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