Noch gut drei Millionen Euro sind im Topf

Viel Geld ist seit 2015 in den ländlichen Raum geflossen. Die Projekte reichen von Wohnungsbau über Inklusion bis Umweltschutz. Wie es nach 2020 weitergeht, ist offen.

Aue/Schwarzenberg.

Von knapp 23 Millionen Euro ist nicht mehr viel übrig. Der Verein "Zukunft Westerzgebirge" hat also ganze Arbeit geleistet. Die 2015 gestartete Leader-Förderperiode zur Stärkung des ländlichen Raums läuft Ende 2020 aus. "Wir liegen im Plan und wollen die restlichen rund drei Millionen Euro noch vergeben", sagt Beate Bauer, Regionalmanagerin des Vereins mit Sitz in Aue.

Bliebe Geld übrig, würde dieses an die Europäische Union zurückfließen. "Wir wollen das Geld für die Region nutzen", so Bauer. Sie und ihr dreiköpfiges Team betreuen das hiesige Leader-Gebiet mit 19 Städten und Gemeinden vor allem im Altkreis Aue-Schwarzenberg. Seit 2015 lobt der Verein regelmäßig Aufrufe aus - für Projektideen von Radwegebau und moderne Medien über Inklusionsvorhaben bis zu Wohnungsbau und Umweltschutz. Dabei floss das Gros - immer in Verbindung mit Eigenmitteln - in die Schaffung von privatem Wohnraum, etwa durch den Umbau alter Scheunen durch junge Familien, die im Erzgebirge sesshaft werden. Vier Millionen Euro stehen dafür zu Buche. "Die Nachfrage reißt nicht ab."


Maßnahmen im Sinne des Landtourismus folgen mit drei Millionen Euro. Dazu gehören Ausbau und Beschilderung von Wanderwegen, Info-Punkte und auch ein Märchenlehrpfad. Platz 3 nimmt die Förderung privater Unternehmen ein - 2,2 Millionen Euro.

Letzterer Bereich brauchte eine lange Anlaufphase. "Zunächst traute sich wohl keiner." Doch inzwischen haben einige Ärzte und Kleinunternehmer die Zuschüsse für Praxis- oder Ladenausbau genutzt.

Besonderheit für das hiesige Leader-Gebiet ist die Nachfrage im Bereich biologische Vielfalt. "Da sind wir unter allen Gebieten positive Ausnahme." Bisher flossen 150.000 Euro unter anderem an Grüne Aktion, Naturschutzbund und Landschaftspflegeverband.

Noch einmal in den Fokus rückt das ländliche Kulturerbe. Durch die Unesco-Titelvergabe häufen sich Anfragen. Vereine, die bergbauliche Anlagen betreuen, Wege beschildern oder Info-Tafeln setzen, sollen profitieren.

Mittel übrig sind für den Abbruch von Ruinen zugunsten von Grünflächen. Der letzte Aufruf erfolgt voraussichtlich Anfang 2020. Zu den übrigen drei Millionen Euro kommen noch zusätzliche 570.000 Euro vom Freistaat hinzu.

Bis Ende 2020 muss das Landratsamt alles bewilligen, jede Maßnahme bis Herbst 2022 abgeschlossen sein. Seit 2015 hat der Verein 415 Projekte betreut. "Antragsteller erhalten von uns jede mögliche Unterstützung", so Bauer. Wie es nach 2020 weitergeht, sei offen.

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