Noch kein Einsatzende für den Winterdienst

Die Saison ist von krassen Gegensätzen geprägt gewesen. Der Januar gilt als einer der kältesten der vergangenen Jahre, der März dagegen war der zweitwärmste am Fichtelberg überhaupt. Und auch die Straßenmeistereien hatten wieder einmal gut zu tun.

Aue/Schwarzenberg.

Stunden vor dem Maifeiertag schickte Petrus noch immer eiskalten Regen und in höheren Lagen Schneekörnchen zur Erde. Autofahrer, die ihre Räder getreu dem Motto von O bis O bereits gewechselt haben, müssen weiter Obacht geben. Und die Mitarbeiter der fünf Straßenmeistereien des Erzgebirgskreises hatten und haben alle Hände voll zu tun. Es war eben wieder einmal richtig Winter. Auch wenn Peter Ludwig, Referent für Straßen und Verkehr im Landratsamt, diesen so richtig nur dem Monat Januar zuschreibt. Das macht er fest an der knackigen Kälte sowie an wachsenden Schneehöhen.

Insgesamt betrachtet wurden bis jetzt im Landkreis rund 12.520 Tonnen Streusalz und 1600 Tonnen Lauge ausgebracht. "Damit liegt der Verbrauch im langjährigen Mittel und etwas über dem Verbrauch des Vorjahres, indem 11.253 Tonnen Streusalz verarbeitet wurden", so Ludwig.


Die Sicht der Behörde kann auch Wetterbeobachter Jens Weißbach bestätigen. Eher zu mild und wenig winterlich, lautet sein Resümee für die Wintersaison. Der Dittersdorfer hatte für Dezember 2016 nur vier Schneefalltage und vier Tage mit Schneedecke vermerkt. Gleich mit dem Januar habe der Winter aber voll aufgedreht. Viel Schnee und tiefe Temperaturen sorgten dafür, dass es in mittleren Lagen der kälteste Januar seit sieben Jahren wurde. Der März war dann das ganze Gegenteil: "Er reiht sich in die wärmsten Märzmonate der vergangenen Jahrzehnte ein. Neben dem gleichmilden März 2014 war es nur noch 1989 und 1990 milder", Weißbach.

Für die Experten der Wetterwarte auf dem Fichtelberg geht die Saison 2016/2017 als durchschnittlicher Winter in die Statistik ein. "Dass es im April, selbst im Mai schneit, ist keine Seltenheit. Eine solche ist dagegen die Tatsache, dass der Schnee in einem Monat März zeitweilig komplett schmilzt. Laut unserer Aufzeichnungen war die Skissaison am Berg zum 26. März beendet. Doch auch wenn kein Schnee mehr liegt, bleibt es auf dem Fichtelberg zunächst meist noch kalt, herrschen Frosttemperaturen", sagt Meteorologin Claudia Hinz. Das war zum Monatswechsel März/April nicht unbedingt abzusehen, für den die Meteorologen mit 15,7 Grad Celsius den zweithöchsten Wert in der 50-jährigen Messreihe konstatierten.

Doch zurück zum Winterdienst. Die ersten Einsatztage für die Winterdienstflotte des Kreises stehen für die Straßenmeistereien Schönfeld und Zöblitz am 21. Oktober 2016 zu Buche. Am 3. November 2016 seien dann die gesamten zur Verfügung stehenden Fahrzeuge über das rund 1300 Kilometer lange Straßennetz gerollt, um ersten Schnee zu schieben und die Straßen abzustumpfen.

Für den Winterdienst-Einsatz stehen in den fünf Straßenmeistereien je 18 Mitarbeiter zur Verfügung. "An normalen Wintertagen sind über alle Meistereien hinweg etwa 50 Mitarbeiter im Einsatz gewesen", erklärt Peter Ludwig. Der Fuhrpark der Straßenmeistereien umfasse momentan 25 Fahrzeuge, dazu zählten diverse Lkw, Unimog sowie Multicar. Zusätzlich würden dem Landkreis drei selbstfahrende Schneefräsen sowie neun Anbau-Schneefräsen zur Verfügung stehen. "Der Fuhrpark wird zudem durch 35 Fahrzeuge von Fremdunternehmen ergänzt, mit denen der Kreis entsprechende Verträge abgeschlossen hat", sagt Ludwig

An Schneetagen habe der Dienst für die Mitarbeiter in der Regel 3 Uhr in der Nacht begonnen. Die seien regelmäßig im Zwei-Schicht-System unterwegs - auch an Wochenenden. Dienstschluss sei meist gegen 22 Uhr. Indes: Schneit es stark und weht es, fährt der Winterdienst rund um die Uhr. Zudem werde die B 174 als wichtige Verkehrsader im Bedarfsfalle 24 Stunden befahren.

Schwerpunkte in der zurückliegenden Winterdienst-Saison hat es gleich mehrere gegeben. Einer war die B 101 mit dem sogenannten "Lauterer Loch". Ebenso zählen der Abschnitt Heinzebank - Forchheim auf der B 101 sowie die B 174 in Richtung Reitzenhain dazu. Aber auch die B 95, insbesondere zwischen Annaberg und Oberwiesenthal hat den Winterdienst besonders gefordert. In diesen Abschnitten mussten wiederholt Fräsen eingesetzt werden, um die Befahrbarkeit aufrecht zu erhalten. Große Kraftanstrengungen erforderten überdies die S 271 zwischen Fichtelberg und Rittersgrün, die S 266 zwischen Hammerunterwiesenthal und Neudorf, die S 268 Crottendorf - Scheibenberg und die S 265/K 7130 im Bereich Jöhstadt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...