Norma will nach Stützengrün - aber noch fehlt der Platz

Die Gemeinde hat Probleme, den geplanten Supermarkt genehmigt zu bekommen. Die Suche nach neuen Standorten für Handel und Gewerbe wird immer schwieriger.

Stützengrün.

Endlich ein Supermarkt in der Gemeinde! Das stand jahrelang auf der Wunschliste der Stützengrüner. Vor fünf Monaten schienen die Bemühungen der Verwaltung dann endlich Früchte zu tragen: Der Discounter Norma sagte zu, in Stützengrün zu bauen. Dem geplanten Markt wurde eine Wiese direkt neben dem Gewerbegebiet an der B 169 zugewiesen. Die Eröffnung war für nächstes Jahr vorgesehen. Doch die Umsetzung des Vorhabens ist erneut ins Stocken geraten.

Lag es in den Jahren davor vor allem am mangelnden Interesse der Handelsketten, sich in Stützengrün niederzulassen, ist die Gemeinde jetzt mit dem Regionalen Planungsverband im Widerstreit. "Norma benötigt für sein Konzept 1200 Quadratmeter, der Planungsverband hält an dem Standort nur 800 Quadratmeter für genehmigungsfähig", sagt Bürgermeister Volkmar Viehweg (parteilos/Mandat CDU).


Die Wiese neben dem Gewerbegebiet gilt im Regionalplan als außerörtlich. Würde es sich um einen innerörtlichen Standort handeln, wäre das Problem gelöst. Die Gemeinde soll daher Alternativen vorschlagen. Doch genau da liegt laut Viehweg das Problem. "Wir haben sechs Standorte untersucht, aber jeder hat Nachteile für eine Handelseinrichtung." Vor allem die benötigte Größe wird nicht erreicht, denn Stützengrün verfügt praktisch nur noch über Splitterflächen.

Der Bürgermeister sieht eine Lösung für das Supermarkt-Problem. "Der Standort an der B 169 war außerorts, als Stützengrün noch eine eigenständige Gemeinde war. Heute ist das nicht mehr so", argumentiert er. "Durch die Eingemeindungen von Lichtenau und Hundshübel ist eine Einheitsgemeinde entstanden, innerhalb derer die fragliche Wiese in der Mitte liegt." Wolle man, dass die drei Orte zusammenwachsen, müsse das berücksichtigt werden. Viehweg hofft, dass Einvernehmen über den Supermarkt hergestellt werden kann. Möglicherweise bei einem Gespräch mit der Landesdirektion in diesem Monat.

Der Streit um den Standort offenbart jedoch ein grundsätzliches Dilemma, das Stützengrün hat. Die Gemeinde verfügt über grüne Wiesen soweit das Auge reicht, doch für Wohnen, Handel oder Gewerbe sind die wenigsten geeignet. Ein Großteil liegt im Einzugsgebiet der Trinkwassertalsperre Eibenstock. Viehweg: "Als Baugebiet kommt dieses Land nicht in Frage." Seit Jahren verfolgt die Gemeinde daher die Strategie, Brach- und Splitterflächen anzukaufen. Zwei Wohnungsbaustandorte konnten auf diese Weise zuletzt ausgewiesen werden. Die fünf Stützengrüner Gewerbestandorte sind jedoch zu 100 Prozent belegt. "Gelingt es uns nicht, neue Flächen zu erschließen, müssen wir in fünf Jahren zusehen, wie Unternehmen unsere Gemeinde verlassen, weil sie sich hier nicht erweitern können", befürchtet der Bürgermeister.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    CPärchen
    02.08.2019

    Ich finde der Bürgermeister macht das richtig und interpretiert zum Wohle seiner Bürger!

    Was soll denn das? Da kommt mal Handel auf dem Land an und dann baut man das nicht wegen der Gemeindegrenze? Ich verstehe den Sinn in diesem Falle nicht. Hoffe beim Gespräch mit dem Landratsamt kommt man weiter, ansonsten direkt an den Freistaat wenden, wenn der Sonderregelungen schaffen kann. Wenn Norma da bauen will, die Bürger das wollen und keine erheblichen Gründe dagegen sprechen (Trinkwasser), dann soll es so sein.

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    1
    Tauchsieder
    02.08.2019

    Wie sang doch Nahles im Bundestag: -Ich bau mir meine Welt so wie sie mir gefällt -.
    So ist das wohl Hr. Bürgermeister, es sind Grenzen gesetzt um eine Zersplitterung von Gemeinden zu verhindern. Nach dieser Lesart könnte sich doch Hundshübel um eine Eingemeindung mit Schneeberg bemühen. Dann könnte man doch fast bis Aue bauen. Ich glaube da braucht der Bürgermeister mal einen Fortbildungslehrgang in Sachen Verwaltungsrecht.



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