Originalgetreu bauen, gefühlvoll fahren

Sie geben wieder Gas und lassen sich dabei von etlichen Fans bestaunen, wie sie den Pöhlberg empor knattern. Genau darin besteht die große Kunst der Rennfahrer: Sie dürfen nicht zu schnell sein.

Waschleithe/Annaberg.

Am Samstag ist es endlich wieder soweit. Zum 20. Mal starten am Fuße des Pöhlbergs in Annaberg zahlreiche historische Fahrzeuge zum legendären Pöhlbergrennen. Einer der Teilnehmer, der seit der Wiederbelebung des illustren Wettstreits stets mit von der Partie war, ist Eberhard Eifrig aus Waschleithe. Am Samstag steigt er zum 20. Mal auf eines seiner "Kult-Maschinchen" und absolviert die gut zwei Kilometer lange Strecke mit gut 12 Prozent Steigung.

Zwei seltene Zweiräder besitzt der heute 66-Jährige dafür: Eine DKW, Baujahr 1937, und eine "Komet", einen russischen Lizenznachbau aus dem Jahr 1945, wie der Waschleither erklärt. Beide Motorräder hat er selbst gebaut. "Jedes Teil ist original und mühsam zusammengetragen", sagt er. Das Wichtigste dabei sei, dass die Maschine am Ende genau so ist, wie sie einst das Werk verlassen hat. Im Jahr 1986 war das Werk vollbracht, da lief sie wieder. Gut vier Zentner bringt die DKW auf die Waage. Sie verfügt über drei Gänge und fährt Spitze: 90 Kilometer pro Stunde. "Die ist richtig schwer. Das ist ein massives Eisengestell", so Eifrig. Mit ihr wird er in diesem Jahr an den Start gehen. Bereits 38 Mal ist er die Strecke unter "Wettkampfbedingungen" gefahren. "Bei diesem Rennen ist ja entscheidend, dass man keine Differenz in der Fahrzeit zulässt", erklärt er mit seinen Worten die Schwierigkeit. Denn dieses "Rennen" ist ein Gleichmäßigkeitsfahren. Zweimal starten die Piloten mit ihren historischen Gefährten: 9 und nochmals 14 Uhr. "Es kommt darauf an, dass man die beiden Touren möglichst in absolut identischer Zeit zurücklegt." Was so leicht klingt, sei aber keineswegs auch so leicht zu machen. "Einmal verschalten, kann da schon den Sieg kosten", sagt der versierte Rennfahrer. Hinzu kommt, dass es einer Menge Training und Können bedarf, um die DKW zu fahren und zu beherrschen. Denn bei diesem Motorrad befinden sich sowohl Schalthebel als auch Gas rechts vorn. Das bedeutet, alles muss gleichzeitig mit der rechten Hand betätigt werden. Gebremst wird bei diesem Modell wiederum nur mit der Ferse. "Das Ding ist gar nicht so leicht zu fahren", sagt der Handwerker.


Die Motorräder waren schon immer sein Hobby. Etliche Stunden hat er in der Garage verbracht und an den Maschinchen geschraubt. Und um beide Zweiräder fahren zu können, benötigt er auch ein spezielles Benzingemisch. "Wir fahren 1:25 oder 1:30. Das mischen wir heute selbst. Früher ging es noch mit dem Trabi-Benzingemisch", sagt er.

Ein großes Lob zollt der Waschleither, der Mitglied im 1. Auer Motorsportclub ist, den Ausrichtern des Pöhlbergrennens, dem Automobil- und Motorradclub (AMC) Annaberg und Umgebung. 1928 wurde letztmals ein Bergrennen am Pöhlberg veranstaltet. Danach war lange Pause. 1998 wurde die Tradition durch den AMC wiederbelebt. Seither fährt auch Eberhard Eifrig mit - und holt sich sicher wieder einen der tollen Pokale, die beim Pöhlbergpreis winken.

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