Ostalgie beim Skifasching in Carlsfeld

Carlsfeld.

Rote Nasen und Clownskostüm? Der Skifasching in Carlsfeld ist viel mehr. Das haben die Narren am Samstag wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt bei der 47. Auflage des Skifaschings am Hirschkopf. Was zahlreiche Besucher erlebt haben, ist eine kunterbunte Party auf Schnee gewesen mit dem einen oder anderen echten Knaller und prominenten Gästen.

Alles hat sich am Motto "Wisst ihr noch wie`s damals war... mit Plaste Elaste bis in den Goldenen Westen?" ausgerichtet. Die Carlsfelder haben nicht nur die Berliner Mauer ein zweites Mal eingerissen, sie haben selbst das Staatsoberhaupt der ehemaligen DDR Erich Honecker noch einmal auferstehen lassen und auch Michail Gorbatschow, den Staatspräsidenten der ehemaligen Sowjetunion begrüßt. Man hat DDR-Helden, wie Fliegerkosmonaut Siegmund Jähn geehrt, der mit einer Rakete gefahren kam und auch Kinderlieblinge, wie Pittiplatsch und Herr Fuchs sind auf Ski vorbeigerutscht. "Wir haben ein sehr schönes und lustiges Programm, das bis ins Detail abgestimmt ist. Bei den einzelnen Bildern lässt sich ein Zusammenhang erkennen. Wir haben in der DDR begonnen, sind bis zum Mauerfall gegangen und dann kam der Goldene Westen", erklärt Christoph Beetz, Vorsitzender der Ski-Club Carlsfeld.

Neben 30 Jahre Mauerfall hat man auch Aktuelles, wie den Diamantenraub im Grünen Gewölbe in Dresden thematisiert. Heike Mehlhorn vom Organisatoren-Team hat den Hut auf für die Programmplanung - sie hat die einzelnen Bilder, diesmal 19 an der Zahl, zusammengestellt. Insgesamt sind es 100 Mitwirkende gewesen. "Das Problem war diesmal, dass wir wenig Schnee hatten, aber wir haben das hin bekommen." Der Skifasching habe sich über die Jahre weiter entwickelt: "Früher waren die Bilder nicht so organisiert. Die Mitwirkenden sind angereist und nach einander den Hang hinuntergefahren. Heute ist alles mehr untermalter und abgestimmt mit der Musik." Angie Seifert gehörte zu den Akteuren. Die 29-Jährige aus Carlsfeld, die von Kindesbeinen an beim Skifasching dabei ist, hat diesmal beim Fernseh-Ballett mitgewirkt: "Den Skifasching machen wir jedes Jahr zu etwas Besonderem, egal wie die Bedingungen sind. Wir hatten auch schon Jahre, da sind wir um die Grasflecken herumgefahren, aber wir haben es immer geschafft."

Der Erfolg ist auch in den Ideen begründet, welche die Carlsfelder in die Runde werfen und umsetzen. "Wir haben uns einiges einfallen lassen auch von den Kulissen her", sagt Tom Betthausen, Vorsitzender des Jugendclubs in Carlsfeld. Der 21-Jährige ergänzt noch: " Wir haben Raketen gebaut, eine Lok und einen Hochstand haben wir als Grenzturm verkleidet." Zudem hat man die Mauer wieder aufgebaut und dank einiger Supermänner und einem Trabi hat man diese zu Fall gebracht. Ans Brandenburger Tor habe man sich nicht herangewagt, so Betthausen. "Wir hatten schon letztes Jahr zu tun, dass wir das riesige Schiff, was wir da gebaut hatten, den Hang hinunter zu bekommen. Es war sehr schwer und kompakt", so der 21-Jährige. Ende Dezember habe man mit den Vorbereitungen für den Skifasching begonnen: "Da saßen wir das erste Mal zusammen und haben überlegt, was wir machen können." (wend)


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