Parken mit dem Handy jetzt in Eibenstock möglich

Die Stadt bietet an neun Standorten künftig einen zusätzlichen touristischen Service. Ziehen nun auch andere Kommunen nach?

Eibenstock.

Wer in diesem Winter den Parkplatz in Carlsfeld ansteuert und zu einer Skitour auf die Kammloipe starten will, auf den wartet nicht mehr die lästige Suche nach Kleingeld, wenn er ein Smartphone bei sich hat. Carlsfeld ist einer von neun Standorten in Eibenstock und seinen Ortsteilen, wo die Firma Easy Park anbietet, das Parkticket mit dem Handy zu lösen - als Alternative zum Kauf am klassischen Automaten. Die anderen sind Wasserfall in Blauenthal, Radweg Blauenthal, Wildenthal, Sauschwemme, Auersberg, Weitersglashütte, Busplatz Sosa und Talsperre Sosa.

"Wir verstehen das als zusätzlichen touristischen Service", sagt Hagen Weidlich, Hauptamtsleiter der Stadt Eibenstock. Er weiß von den Mitarbeitern aus dem Ordnungsamt, dass dieser an allen Standorten bereits genutzt wurde. Und so funktioniert es: Die Easy-Park-App aufs Smartphone laden und eine Bezahlmethode auswählen, Parkvorgang starten, beenden oder verlängern innerhalb der Höchstparkdauer. Aufkleber an jedem Parkscheinautomaten zeigen die ersten Schritte. Und was, wenn man mitten im erzgebirgischen Wald mit dem Rad oder den Skiern unterwegs ist und kein Empfang und Internet gegeben sind? "Einfach von vornherein eine längere Parkdauer angeben", lautet die Empfehlung von Maks Bradtmöller von Easy Park. Wer zum Auto früher zurückkehrt, klickt die Funktion "beenden", wodurch nur die tatsächliche Parkdauer berechnet wird. "Überzahlung oder eiliges Nachlösen am Automaten kommen nicht mehr vor." Das Handy ortet im Übrigen den Parkplatz, wo diese Art der Bezahlung möglich ist.

Für die Stadt Eibenstock bedeuten die neuen Automaten weniger Aufwand, denn der parkende Bürger geht mit der Firma einen Vertrag ein und die Stadt bekommt die Gebühren überwiesen. Hagen Weidlich verschweigt nicht, dass das Handyparken etwas teurer ist als das herkömmliche, "die Firma will davon ja auch einen Nutzen haben". Sparsamer ist es am Ende aber doch, weil minutengenau abgerechnet wird und Strafzettel durch Verlängern aus der Ferne vermieden werden können. Hagen Weidlich von der Stadtverwaltung Eibenstock betont, dass die herkömmlichen Automaten an den genannten Standorten erhalten bleiben sollen. Und gleich, ob mit Münzgeld oder übers Smartphone bezahlt, kontrolliert wird beides auch in Zukunft durch die Mitarbeiter des Eibenstocker Ordnungsamtes. "Die Außendienstmitarbeiter haben eine eigene Variante der App", erklärt Hagen Weidlich.

Für die Stadt bedeutet das Handyparken auch weniger Arbeit. So ärgern sich Bürger oft darüber, wenn die herkömmlichen Parkautomaten im Winter zufrieren oder Münzen verklemmen. Das wiederum bedeutete, dass Mitarbeiter der Stadt zur Reparatur rausfahren mussten.

Das Handy-Parken setzt sich in größeren Städten durch. Eibenstock ist noch die einzige im Umkreis, wird es aber nicht bleiben. Von der Stadtverwaltung Schneeberg wird bestätigt, ebenfalls mit der Firma Easy Park in Verhandlungen zu sein. Konkrete Details zu den Standorten kann man in der Stadt zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen.

In Schwarzenberg gibt es gar keine Parkautomaten, das Handy-Parken ist somit laut Ordnungsamtschef Thomas Hahn "in absehbarer Zeit kein Thema". Wird jedoch der vom Stadtrat befürwortete Parkhaus-Neubau realisiert, müsse das Thema Gebühren geklärt werden und dann würden mit Sicherheit Automaten mit Handy-Funktion aufgestellt.

Und was ist mit Aue-Bad Schlema? Stadtsprecherin Jana Hecker kennt den Grund, warum es das Handyparken in der Kommune zurzeit nicht gibt und wohl auch auf absehbare Zeit nicht geben wird: "Unsere sehr geringen Parkgebühren." Sie bezweifelt, dass sich die Einführung des Systems in der Stadt für eine Firma lohnen würde.

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