Pflegeheime: Kostendruck auf Angehörige wächst

Die Verhandlungen über die Kostensätze in den Pflegeheimen laufen. Bekannt ist bereits: Die Eigenanteile werden steigen. Ein Erzgebirger schlägt Alarm: Denn mit der Erhöhung stünde der Ehemann einer Pflegebedürftigen selbst vor dem finanziellen Aus.

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1414 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    klapa
    07.08.2020

    TWe, ok, die Wortwahl für die dort lebenden Menschen war in diesem Fall nicht angemessen.

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    socke64
    07.08.2020

    Diese Verlogenheit ist fast nicht mehr zu ertragen.Es geht schon lange nicht mehr um die Menschen,in diesen Einrichtungen.Kaum ist die eine Erhöhung durch kommt prombt die nächste Ankündigung.Die Gelder fließen auch nicht dahin,wofür sie erhoben wurden,sondern zu den Obrigkeiten der Betreiber.Es geht nur,wie in der Wirtschaft,um maximalen Profit.Alles was von irgendwen als Verbesserung angsagt wird,klingt wie ein schlechter Witz.Am besten die halten den Schnabel.Mal sehen wann ich die nächste Erhöhung für meine Mutter verdauen muß.

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    0
    mops0106
    05.08.2020

    @TW: Im Vergleich zu vielen Heimbewohnern geht es den meisten Insassen in einem modernen Gefängnis in Deutschland wahrscheinlich besser. Deshalb ist der Begriff Insasse von @klapa nicht falsch gewählt.

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    TWe
    05.08.2020

    @klapa: In meiner Welt leben die "Insassen" in den Einrichtungen mit den hohen Mauern und den Gittern vor den Fenstern. In Pflegeheimen sind mir nur Bewohner bekannt ;-)

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    mops0106
    05.08.2020

    Mein Schwiegervater ist in einem schönen modernen Heim untergebracht. Die Leute, die dort arbeiten, machen das nach meiner Einschätzung gut. Der Kontakt mit den Mitarbeitern und den Verantwortlichen bei Fragen/ Problemen ist jederzeit gegeben. Aber die Mitarbeiter haben halt wenig Zeit für die einzelnen Bewohner, da leider auch die Pflege ein Wirtschaftszweig ist, der Gewinn abwerfen soll. Solange das in diesem Staat so falsch läuft wie auch in Krankenhäusern oder bei den privaten Pflegediensten, werden sich die allgemeinen Probleme verschärfen. Es wird noch mehr schwarze Schafe geben. Es sind ja alle froh, überhaupt einen Platz für ihre Angehörigen zu bekommen. Und auch in Heimen, wo es gut läuft, liegen schwer pflegebedürftige Bewohner den größten Teil des Tages im Bett.
    Ich habe Reportagen gesehen, wo Deutsche in Thailand gepflegt worden. Dort hatte jeder seine Krankenschwester, die sich mit den Menschen beschäftigt hat. Leider haben sich die Bewohner mit den Pflegekräften nicht verständigen können.
    Gestern kam ein Beitrag ,da meinte eine Heimbewohnerin, dass ihr nach Abzug der Kosten 50 EUR bleiben und jeder wüsste ja, was Friseur, Fußpflege kosten und dass sie sich auch mal Schokolade kaufen möchte. Ich finde das skandalös, wie Menschen leben müssen, nachdem der Staat/ die Wirtschaft sie nicht mehr als Arbeitskraft ausbeuten können.

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    klapa
    05.08.2020

    Twe, mir ist bekannt, dass es auch recht gute Heime gibt. Das ist aber auf jeden Fall immer persönlchen Abhängigkeiten in Bezug auf Betreiber oder Personal geschuldet.

    Das ändert an meiner persönlichen Meinung in keiner Weise etwas.

    Das gezahlte Geld kommt nicht in erster Linie den Heiminsassen zugute und das weiß ich auch aus der Familie.

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    TWe
    05.08.2020

    @klapa: Sowohl bei meinem Vater als auch bei meiner Mutter habe ich lernen müssen, dass sich das "Schicksal" überhaupt nicht darum schert, ob ein Pflegeheim für den Einzelnen eine Alternative darstellt oder nicht. Glauben Sie mir, es gibt unzählige Konstellationen, in denen es für die Betroffenen einfach keine Alternative zum Pflegeheim gibt. Auch die Versorgung durch die Angehörigen funktioniert nur in bestimmten Konstellationen.

    Im Übrigen habe ich beim Lesen Ihres Statements den Eindruck, dass Sie Pflegeheime eher von außen oder aus der Presse kennen. Deshalb möchte ich Sie ausdrücklich dazu ermuntern, sich selbst im Inneren ein Bild zu machen. Die älteren Leute freuen sich in den allermeisten Fällen über Besuch.

    Auch was der Außenstehende sehr schnell als "menschenunwürdig" beurteilt, sieht manchmal bei genauerer Betrachtung doch ein kleines bisschen anders aus.

    Mich stört in unserer Gesellschaft einfach, dass offensichtlich die Mehrheit unserer Bevölkerung eine größtenteils kritische Meinung zum Thema Pflegeheim hat und sich nur die wenigsten vor Ort selbst ein Bild machen. Mit einem größeren Maß an ehrenamtlichen Engagement könnten so einige Rahmenbedingungen in den Heimen ein bisschen positiver gestaltet werden.

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    klapa
    05.08.2020

    Lisa, Sie werden es mir gestatten. Ich denke in erster Linie an meine Altersgruppe und an mich.

    Denn nur wenn man in angemessener Weis an sich denkt, kann man in jeder Altersgruppe auch an Andere denken und für sie da sein.

    Den Tellerrand könne Sie stecken lassen, ansonsten war das die erste und letzte Kommunikation, die wir miteinander hatten.

  • 2
    3
    klapa
    05.08.2020

    Ergänzung - auch die menschenunwürdige Behandlung in manchen Pflegeheimen ist absolut kritikwürdig.

    Daran werden auch die höheren Pflegekosten nichts ändern, weil die Profitgier der Betreiber bleibt.

    Vom Verantwortlichen des Pflegeheims am Brühl in Werdau schon wieder mal was gehört?

    Sicher nicht, die Überweisungen sind wichtiger.

  • 7
    2
    Lisa13
    05.08.2020

    klapa

    Schon mal dran gedacht , es gibt viele Fälle die völlig klar im Kopf , jung und nach Ihren Möglichkeiten noch von zu Hause arbeiten ( ALS ) und sich keinen Kugel geben möchten ...Grund sie haben Familie und sind glücklich ...dafür muß in unserer Gesellschaft endlich was getan werden , aber auch für die über 90 jährigem Großeltern die niemanden zu Last fallen wollen und in ein Seniorenheim gehen .... auch mal über den eigenen Tellerrand schauen

  • 3
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    klapa
    05.08.2020

    Pflegeheim kommt für mich nicht in Frage.

    Glücklicherweise gibt es immer eine 'hilfreiche' Alternative, wenn man dazu in der Lage ist. Auch der Hausarzt kann auf seine Weise helfen.

    Die andere Möglichkeit besteht darin, dass Herr Spahn endlich aus der Hüfte kommt und auch in DE, wie bereits in anderen EU-Ländern geschehen, ein selbstbestimmtes Sterben durch die entsprechende und lange fällige Gesetzgebung ermöglicht.

    Es wurde bereits gesagt. Nicht der Tod ist schrecklich, sondern ein möglicherweise, von Behörden bisher zugelassenes, schreckliches Dahinsiechen.

  • 10
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    Karlius
    05.08.2020

    @TW Der richtige Begriff lautet „Hilfen zur Pflege“, aber im Prinzip haben Sie recht.

    Derzeit wird es in Sachsens Pflegeheimen zu sehr starken Preissteigerungen kommen. Der gültige Rahmenvertrag für stationäre Einrichtungen wurde überarbeitet und sieht jetzt einen höheren Personalschlüssel für Pflegekräfte vor. Jede Veränderung nach oben - ob Gehalt, Personal oder sogar Auszubildende - führt zu höheren Eigenanteilen, da der Zuschuss der Pflegeversicherung seit 2017 gleich geblieben ist. Es muss dringend eine grundlegende Reform her.

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    OmaundOpa
    04.08.2020

    TWe, es müsste aber dann arbeitende Zuwanderung sein, ansonsten verschärft sich alles noch mehr. Und dann denke ich, auch Zugewanderte brauchen irgendwann Pflege.

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    TWe
    04.08.2020

    Der Kern des "Mechanismus" für die maximale Höhe des Eigenanteils ist m. E. nicht ganz nachvollziehbar beschrieben worden.

    Falls die laufenden Einkünfte des Pflegebedürftigen nicht ausreichen, um den Eigenanteil des Heims zu tragen (wird tendenziell der Regelfall sein), müssen er bzw. seine Angehörigen (sofern sie mit ihm in einer Bedarfsgemeinschaft leben) zunächst ihr Vermögen soweit aufbrauchen, bis die Grenze des im Beitrag genannten "Schonvermögens" erreicht ist. Erst dann gibt es Sozialhilfe (richtiger Begriff?) als Zuschuss für den Eigenanteil des Heims.

    Das Ganze ist für den Betroffenen eine sehr, sehr schwierige Situation. Zur Wahrheit gehört zwar, dass die Höhe des Schonvermögens vor einigen Jahren um einige Tausend Euro erhöht wurde. Der Einzelfall stellt sich dadurch aber nicht wirklich grundlegend anders dar.

    Die Finanzierung des Eigenanteils (z. B. aufgrund einer Deckelung) aus anderen "Töpfen" dürfte auch nur temporär zur Lösung des Problems beitragen, denn auch diese Töpfe müssen durch irgendwen gefüllt werden.

    Wahrscheinlich müssen wir in unserer immer älter werdenden Gesellschaft akzeptieren, dass für die Pflegebedürftigkeit ebenso wie für die Altersvorsorge dringend privat vorgesorgt werden muss. Auch das stellt sich für den Einzelnen mit Sicherheit sehr, sehr schwierig dar.

    Die Alternative besteht aber einfach darin, entweder in unserem Land mehr Kinder zu zeugen oder bewusst sehr viel stärker auf Zuwanderung zu setzen. Sonst ist nämlich keiner da, der die zusätzlichen Lasten erwirtschaften könnte.