Polizei ermittelt zu Welpenhandel

Beamte im Auer Revier beschäftigen sich mit kleinen Chihuahuas. Eine Frau soll beim Verkauf der Tiere betrogen haben.

Aue/Johanngeorgenstadt.

Große Kulleraugen, kurze Schnauze und als Welpe nicht viel größer als ein Hamster. "Süß, bildschön" heißt es bei Ebay-Kleinanzeigen, wo mit den Tieren gehandelt wird. Dort sind auch Liebhaber dieser Hunderasse aus dem Erzgebirge auf ein Angebot einer Frau aus Johanngeorgenstadt gestoßen. In die Freude über den kleinen Hund mischten sich jedoch bald Zweifel. Einige fanden heraus, dass sie andere Tiere erhalten hatten als in der Online-Anzeige beschrieben und meldeten sich bei der Polizei. "Ja, wir ermitteln seit Anfang Juli in diesem Fall wegen des Verdachts des illegalen Welpenhandels", bestätigt Aues Revierleiter Uwe Kuhn. "Wir hegen den Betrugsverdacht, weil Hunde verkauft wurden, die in der Herkunft nicht dem entsprechen, was behauptet wurde."

Neben mehreren Anzeigen von Geschädigten liegt der Polizei mittlerweile auch das Ergebnis einer Kontrolle vom Veterinäramt des Erzgebirgskreises vor. Das hatte im Juli eine Anzeige bekommen, "dass eine Bürgerin aus Johanngeorgenstadt gewerbsmäßig mit Hunden handelt, ohne dafür in Besitz der Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz zu sein", teilt die zuständige Pressestelle mit. Weiter heißt es: "Bei einer Kontrolle wurde festgestellt, dass die Hunde unter Verstoß gegen das Tierschutzgesetz aus Tschechien nach Deutschland verbracht wurden". Der Frau sei daraufhin der gewerbsmäßige Handel mit Hunden untersagt worden.


Dass es bei ihr die Kontrolle gab und ihr der Handel untersagt wurde, bestätigt die Johanngeorgenstädterin auf Nachfrage. Allerdings habe sie Welpen in Tschechien "weder eingekauft, noch teuer weiterverkauft". Möglicherweise liege eine Verwechslung vor mit einer Dame aus Tschechien, von der sie vor sechs Jahren einen Chihuahua-Rüden gekauft und Welpen verkauft hatte. Die Tschechin sei es, die als Johanngeorgenstädterin weiter auf Facebook ihre Angebote mit Welpen postet.

Von mehreren Geschädigten weiß auch Christiane Fuchs, Vorsitzende des Tierschutzvereins Aue-Schwarzenberg. Sie selbst hat bei der Polizei eine Anzeige wegen Verleumdung gestellt. "Die Frau hat behauptet, dass ihr der Tierschutzverein Hunde zur Pflege geben würde. Die Dame hat weder einen Auftrag von uns, noch kenne ich sie", sagt Christiane Fuchs. Bei ihr gab es jedoch mehrere Anfragen von Leuten, die bei der Johanngeorgenstädterin Hunde gekauft hatten und offenbar die Seriosität der Papiere anzweifelten.

Die Chihuahuas haben laut Polizei keine Abstammungsurkunde und nur einen Impfausweis, der von einem tschechischen Tierarzt abgestempelt wurde. "Viele sind gutgläubig. Manche meinen vielleicht, das Tier retten zu müssen", sagt Uwe Kuhn. Ein solcher Fall sei das erste Mal in der Arbeit der Beamten ans Tageslicht gekommen. "Eine Dunkelziffer mag es sicher geben." Die Polizei geht davon aus, dass die Ermittlungen in diesem Jahr abgeschlossen werden und der Fall dann der Staatsanwaltschaft übergeben werden kann. Hilfe bekommen die Auer bei den Ermittlungen von ihren tschechischen Kollegen. Vermeintlich Geschädigte können sich bei der Polizei melden.

Das hat schon vor einigen Wochen eine junge Frau aus Aue getan, sie war mit ihrem "Betrugshund" bei der Polizei. Sie möchte, dass das noch viele andere tun, deshalb hat sie einen Aufruf über Facebook gestartet. Mittlerweile hätten sich um die zehn Betroffenen gemeldet, sagt sie auf Nachfrage der "Freien Presse".

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