Polizei registriert weniger Straftaten

Die Kriminalitätsstatistik für 2018 verzeichnet für den Erzgebirgskreis die geringste Fallzahl im Freistaat. Städte wie Annaberg-Buchholz, Aue und Marienberg bleiben jedoch Schwerpunkte.

Aue/Schwarzenberg.

Für das Jahr 2018 sind in der Kriminalitätsstatistik der Polizei Sachsen 10.129 Straftaten für den Erzgebirgskreis erfasst. Das sind die wenigsten im Vergleich zu allen anderen sächsischen Landkreisen. Auch bei der Aufklärungsquote liegt die Polizei im Erzgebirgskreis an vorderster Stelle (67,5 Prozent). Die sogenannte Häufigkeitsziffer - das ist die Anzahl der polizeilich ermittelten Fälle hochgerechnet auf 100.000 Einwohner - ist im Erzgebirgskreis bei den Straftaten mit insgesamt 2976 am geringsten. Im Vergleich dazu liegt sie etwa im Vogtlandkreis bei 5615 und in Zwickau bei 4846.

Sichere Orte: Von sicheren oder weniger sicheren Orten will Jana Ulbricht, Pressesprecherin der Polizeidirektion Chemnitz, für den Erzgebirgskreis nicht sprechen. So könne man beispielsweise Deutschneudorf nicht mit Aue vergleichen. "In einer größeren Stadt ist das Täterpotenzial größer, und es gibt auch viel mehr Tatgelegenheiten, in großen Städten können Täter anonymer agieren", gibt sie zu bedenken. Im Vergleich dazu würden die Einwohner im dörflichen Bereich mehr darauf achten, ob sich dort fremde Personen bewegen oder etwa fremde Fahrzeuge unterwegs seien. Einer der besten Schutzmechanismen gegen Straftaten sei noch immer eine gut funktionierende Nachbarschaft.


Einwohnerzahl und Delikte: Aus der Statistik der Polizei ist ersichtlich, dass in den meisten Städten und Gemeinden die Häufigkeitsziffer bei den Straftaten rückläufig ist. Das ist aber auch abhängig von der Entwicklung der Einwohnerzahl. So ist beispielsweise in Oberwiesenthal die Häufigkeitsziffer von 6957 im Jahr 2017 auf 7163 im darauffolgenden Jahr gestiegen. Allerdings gab es im Vergleich der beiden Jahre gerade mal eine Straftat mehr (150/151). Gesunken ist die absolute Zahl der Straftaten in Zschopau (371/367). Weil aber die Zahl der Einwohner von 2017 zu 2018 sank, stieg die Häufigkeitszahl für diesen Ort von 3909 auf 3961 Delikte. Jana Ulbricht: "Da macht es zum Beispiel schon etwas aus, wenn eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge geschlossen wurde und dadurch 200 Einwohner weniger registriert sind."

Spitzenreiter bei Straftaten: Diese sind im Erzgebirgskreis laut Statistik für das Jahr 2017 nach den absoluten Zahlen Annaberg-Buchholz (1579), Aue (1188), Marienberg (629), Schneeberg (578) und Oelsnitz (543).

Zunehmende Gewalt: Während bei allen anderen Deliktarten ein Rückgang zu verzeichnen ist, gab es im Vergleich von 2018 zu 2017 eine Zunahme bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (plus zehn) sowie bei Rohheitsdelikten (plus 28), zu denen Körperverletzungen gehören (plus 50).

Diebstahl aus Kfz vor Wohnungseinbruch: Mit 2913 Fällen für 2018 führen die Diebstähle die Statistik bei den Straftaten an. Auffällig ist, dass Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen noch vor den Wohnungseinbrüchen stehen. Wie aus den Pressemitteilungen des ersten Halbjahres der Polizeidirektion Chemnitz ersichtlich wird, drangen Täter in Einfamilienhäuser, Arztpraxen, Autohäuser, Supermärkte ein. Auch aus abgestellten Autos wurden Sachwerte gestohlen. Neben Bargeld ließen die Diebe Autoräder, Werkzeug und technische Geräte sowie Lebensmittel mitgehen.

Tätergruppen: Von den 5094 ermittelten Tatverdächtigen 2018 waren 4007 Erwachsene. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen lag bei 17,4 Prozent (884 Personen).

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    1
    Dorpat
    01.07.2019

    Der Anteil der Nichtdeutschen liegt im Erzgebirgskreis bei etwa 2%, lt. statistischem Jahrbuch.



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