Pop-up-Stores und Parkplätze: Der Kampf gegen den Leerstand

Läden, die nur für wenige Tage öffnen - in New York und Berlin sind sie der neuste Trend. Eine Idee auch für die Auer City?

Aue.

In Großstädten wie München, Berlin und New York sind sie der letzte Schrei: Einkaufsläden auf Zeit, sogenannte Pop-up-Stores. Sie tauchen in Containern, frei werdenden Geschäften oder sogar großen Einkaufszentren auf und sind genauso schnell wieder verschwunden, wie sie aus dem Boden sprießen. Ob der Internetkonzern Google, der Sportartikelhersteller Adidas oder der Autobauer Daimler: Viele Unternehmen setzen neuerdings auf solche Kurzzeitläden.

Selbst der Discounter Aldi hat das Konzept erprobt und beispielsweise in Köln eine Pop-up-Gaststätte eröffnet, in der für einige Monate Menüs aus den hauseigenen Lebensmitteln zubereitet werden. Eine Idee auch für die Stadt Aue?

Ja, sagt der parteilose Stadtrat Tobias Andrä und bringt die Kurzzeitläden nun auch für die Große Kreisstadt ins Spiel. "Um das Zentrum nachhaltig zu beleben, könnten die Pop-up-Stores ein Instrument sein." Denn nicht erst seit dem Aus für zwei Filialen des Discounters Aldi im Innenstadtbereich ("Freie Presse" berichtete) kämpft die Stadt mit Leerstand. In der Goethestraße reiht sich seit Jahren ein verwaistes Geschäft an das nächste.

"Der Auer Stadtrat beschäftigt sich schon lange intensiv mit der Innenstadt-Entwicklung", sagt Andrä. Nun sei es an der Zeit, neue, unkonventionelle Wege einzuschlagen. "Die Pop-up-Stores sind ein erster Schritt, um aus der City ein Kaufhaus Aue zu machen."

Erfolgreich erprobt hat das Konzept zuletzt die Kleinstadt Reichenbach im Vogtland. Mit der Eröffnung von Kurzzeitgeschäften machen Gewerbetreibende in der Stadt seit 2017 immer wieder auf sich aufmerksam. Für wenige Tage öffneten schon ein Textilgeschäft, eine Cocktail-Bar und ein Restaurant. Auf kreative Weise verschwinden so leerstehende Schaufenster und Lücken in der Ladenzeile. Andrä sagt: "In Aue würde sich das zum Beispiel in leer stehenden Läden an der Schieck-Brücke und an der Wettinerstraße anbieten."

Bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Aue zeigt man sich interessiert. "Wir haben bereits in Reichenbach angerufen, um zu erfahren, wie das Konzept genau funktioniert", sagt Ines Schieck. "Wieso sollen wir es nicht versuchen?" Alles, was den Leerstand beseitigt, müsse man probieren. Die Frage, wie sich verwaiste Läden beleben lassen, stehe seit Jahren ganz oben auf der Agenda. "Wir haben verschiedenste Sachen probiert", sagt Schieck. Als Versuch, die Innenstadt zu beleben, zählt sie auch die sogenannte Auer Shoppingnacht, die erst vor wenigen Tagen stattfand.

Weitere Ideen für die Belebung der Innenstadt kommen von Lesern der "Freien Presse". Michael Müller aus Bad Schlema fordert etwa den Ausbau von Parkflächen in der City. Ausreichend Parkplätze seien das A und O, um Gäste in das Zentrum zu locken. "Eine Idee wäre auch, für eine Stunde kostenlose Parkplätze anzubieten", sagt er. "Denn wenn ich überall bezahlen muss, dann lasse ich das Einkaufen lieber gleich." Derzeit seien Stellflächen in der Innenstadt Mangelware.

Nicht ganz glücklich mit der aktuellen Innenstadt-Entwicklung ist auch Marion Steg aus Aue-Alberoda. Seit dem Wegfall des Aldi-Marktes an der Damaschkestraße gebe es für Anwohner im Bereich der Schwarzenberger Straße keine Einkaufsmöglichkeit mehr, sagt sie. "Der Simmel-Markt im Zentrum ist nicht für jeden erreichbar. Nicht jeder hat ein Auto." Irritiert hat sie die Aussage der Stadtsprecherin Jana Hecker, die jüngst erklärte: "Würde es nach uns gehen, würden wir viel mehr Lebensmittelhändler in der Stadt haben. Aber wir können uns ja schlecht selbst in die Läden stellen."

Steg sagt dazu: "Das ist für die Anwohner keine Antwort." Dann müsse die Stadt eben stärker als bisher nach neuen Möglichkeiten suchen.

Haben Sie weitere Ideen, wie die Stadt lebendiger gestaltet werden kann? Was läuft gut in Aue? Und wo klemmt es noch? Diskutieren Sie mit. E-Mail an red.aue@freiepresse.de oder Brief an die "Freie Presse", Schneeberger Straße 17, 08280 Aue.

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