Problemhaus in der Neustadt erhält neue Chance

Die Rudolf-Breitscheid-Straße 48 in Aue hat über Jahre eine zweifelhaften Ruf erworben. Nun wird das Gebäude saniert und wieder vermietet.

Aue.

"Ich könnte ein Buch schreiben", sagt Mario Voigt. Thema: das Haus Rudolf-Breitscheid-Straße 48 in der Auer Neustadt. "Gewalt, Prostitution, Drogen", nennt der 52-Jährige einige Stichworte und beschreibt damit, was da in den vergangenen Jahren zu erleben war. Schwierige Mieter und komplizierte Eigentumsverhältnisse mit ausländischen Besitzern boten reichlich Stoff - nicht nur für Romane, sondern für reales Geschehen. Das über zwei Aufgänge verfügende Haus aus den 1990er-Jahren, in dessen Erdgeschoss ein Getränke- und ein Elektrogroßhandel tagsüber für reges Kommen und Gehen sorgen, hatte zuletzt nicht den besten Ruf.

Doch das ändert sich gerade. Immobilienfachwirt Mario Voigt, für ein Schwarzenberger Gebäudemanagement-Unternehmen tätig, verwaltet das Haus, das einer Eigentümergemeinschaft gehört. Es wird derzeit in großem Stil saniert und umgestaltet. Ziel sei es, die 48 Wohnungen zu fairen Preisen zu vermieten. Allerdings an Leute, die zuvor geprüft worden sind. Denn Verhältnisse wie in der Vergangenheit sollen nicht mehr herrschen, so Voigt. Erste Maßnahmen habe es gegeben. Eingangstüren wurden ausgetauscht. Nebengelasse verschlossen, sodass sich da niemand mehr unerlaubt aufhalten oder Müll hinterlassen kann. Ein-, Zwei- und Dreiraumwohnungen gibt es in dem mehrstöckigen Gebäude. Sie sind zwischen 34 und 84 Quadratmeter groß. "Alle haben Balkone, manche auch zwei, und es gibt eine Dachterrasse", zählt Voigt auf. "Es ist eigentlich schön hier - gerade für Familien und für Menschen mit nicht so hohem Einkommen oder für Senioren." Auf all die setzt der Immobilienexperte. Er wünscht sich für die rundum erneuerten Wohnungen vernünftige Leute, damit nichts mehr zerstört werde. Auch innen wird saniert, zum Beispiel wurden neue Kellerabteile geschaffen. Zudem ist die vordere Fassade nicht länger grau, sondern hellgelb.

Im Außenbereich tut sich ebenfalls einiges. So wurde vorm Gebäude Platz für Garagen geschaffen. Ein leer stehendes, marodes Wohnhaus mit der Nummer 46 gleich nebenan wird abgerissen. Da sind Scheiben eingeschlagen, die Fassade ist grau, der Putz bröckelt. Da sei nichts mehr zu retten.

Vorm Haus Nummer 48 und 48a werden Bäume beschnitten, das Gelände parkähnlich gestaltet. Für Mario Voigt ist das Ganze zugleich eine Aufwertung der Neustadt. Man müsse die Potenziale erkennen. "Ich setzte immer wieder solche Projekte um, bei denen die Ausgangssituation nicht so einfach ist. So kann man Substanz sinnvoll vermieten." Mit einem Spielplatz und dem Kino in der Nähe sei die Lage nicht schlecht. Auch die Innenstadt ist fußläufig erreichbar.

Zunächst werde die linke Gebäudehälfte auf Vordermann gebracht. Dann auch die rechte. Insgesamt sollen um die 800.000 bis 1,2 Millionen Euro in das Projekt fließen.

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