Projekt elektrisiert Förderschüler

"Zeitung in der Schule": In Johanngeorgenstadt ist es unter anderem darum gegangen, wie sich Strom sparen lässt.

Johanngeorgenstadt.

Wie kann man auf der Toilette Strom sparen? "Wenn man das Licht auslässt", antwortet Keven (18) auf die Frage von Luise. Die junge Frau gehört zu einem Team, das für den Energieversorger Envia-M in Schulen etwas rund ums Thema Elektrizität vermittelt. Sie stimmt Keven zu und ergänzt, dass es ebenfalls hilft, nur kurz zu spülen. Dass für Klospülung und Toilettenpumpe Strom gebraucht wird, haben die zehn Schüler der Johanngeorgenstädter Kurfürst-Johann-Georg-Schule für Menschen mit geistiger Behinderung kurz zuvor schon gehört. 16 bis 20 Jahre sind sie alt, und sie nehmen derzeit am Projekt "Zeitung im Unterricht" (ZimU) teil, das "Freie Presse" gemeinsam mit dem mitteldeutschen Energiedienstleister Envia-M kostenfrei anbietet. Dabei lernen die jungen Leute die Zeitung kennen, erfahren aber auch etwas zu anderen Themen.

"Und sie sind begeistert", sagt Klassenlehrerin Grit Braun. "Wir machen seit fünf, sechs Jahren bei ZimU mit, und die Kinder freuen sich immer darauf." Gern stöbern sie in der "Freien Presse" und hoffen, bekannte Gesichter zu entdecken. An diesem Vormittag lernen sie in Kleingruppen allerdings, dass man auch mit Zitronen Stromkreise aufbauen kann. Die 17-jährigen Schülerinnen Sunna und Melanie halbieren dafür unter Anleitung von Lisa aus dem Envia-M-Team die Früchte mit Messern. Dann stecken sie Zink- und Kupferstäbe hinein, verbinden alles mit Kabeln und schließen eine strombetriebene Uhr an. Die zeigt tatsächlich Zahlen auf dem Display an. "Ich hatte ein bisschen Angst", gibt Sunna zu. Sie weiß, dass Strom gefährlich ist. Im Badezimmer stecke sie nie etwas in die Steckdose beim Baden. Doch der Zitronenstrom sei viel zu schwach, um Schaden anzurichten, beruhigt Lisa.


Mit drei Kolleginnen ist sie nach Johanngeorgenstadt gekommen. Sie alle gehören zur Leipziger Agentur Unikumarketing, die unter anderem für Envia-M unterwegs ist. In der Bergstadt treffen die jungen Frauen auf eine gut vorbereitete Klasse, die einiges über Stromerzeugung, Wasser-, Wind-, Sonnen- und Kohleenergie weiß. "Wir haben am Bahnhof eine große Solaranlage", sagt der 20-jährige Felix. Mit zwei Mitschülern puzzelt er das Bild eines Hauses zusammen, in dem jede Menge elektrische Geräte leuchten. Wie sich deren Stromverbrauch reduzieren lässt, lernen die Schüler dabei. Sie wissen aber auch schon vieles. "Beim Kühlschrank immer die Tür zumachen", sagt Keven. Und Licht aus, wo immer es geht.

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