Regenbogen-Fenster ziert Altarraum

Die offizielle Eröffnung des Seniorenparks in Zschorlau verzögert sich. Grund ist, dass im Haus etwas Besonderes fehlt.

Zschorlau.

Der neue Seniorenpark an der Schneeberger Straße wird nach und nach bezogen. Seine offizielle Eröffnung soll aber erst Ende April stattfinden. Mehr Zeit als ursprünglich angenommen brauchte es für die Glasinstallation im Altarraum. Zurzeit wird sie in einer Glaswerkstatt in Quedlinburg gefertigt. Umfangreich waren die statischen Voruntersuchungen für die sichere Anbringung des Kunstwerks, das zentraler Blickpunkt hinter dem Altar sein soll.

Gestaltet haben es Agnes Gensichen und Markus Zink aus Leipzig. Die Glasgestaltung trägt das Kreuz als Hauptsinnzeichen der Christen in sich. Viele kleine Quadrate in verschiedenen Farben füllen die gesamte Fläche und werden durch diagonale Linien miteinander verbunden. Die Designer haben die Farben aufgegriffen, mit denen die vier Etagen des Seniorenparks gekennzeichnet sind, um den Bewohnern die Orientierung zu erleichtern. Ein helles Grün, ein fliederfarbenes Blau-Violett, ein Dottergelb und das Rot-Orange, ergänzt durch weitere Farben, wirken wie ein Regenbogen. Als Zeichen der Versöhnung Gottes mit den Menschen könne dieser auch als Zeichen der Anwesenheit Gottes in diesem Altarraum assoziiert werden. "Grundlegender Wunsch des Bauherren war eine frische und optimistische Gestaltung", erklärt dazu Agnes Gensichen. "Auch wenn die Bewohner des Seniorenwohnheimes hier ihren letzten Lebensabschnitt verbringen, so ist natürlich auch an diesem Ort die Vielfalt des Lebens vorhanden."

Die gestaltete Glasscheibe wird vor dem Fenster an der Südseite des Raumes frei verspannt. In der Quedlinburger Glaswerkstatt werden die Farben mit Hilfe der Airbrushtechnik auf die Glasscheiben aufgebracht und dann maschinell eingebrannt. Das Kreuz und die Rückfläche des Glases werden durch Sandstrahltechnik mattiert. Das Fenster konnte nicht direkt gestaltet werden, da es sich um ein Brandschutzfenster handelt.

Die auf Sakralbauten spezialisierten Designer haben zudem Lesepult, Altartisch und Auferstehungsleuchter für den Raum entworfen. Gefertigt wurden diese Inventarstücke in der eigenen Werkstatt, Markus Zink ist gelernter Tischler. "Alle Prinzipalien, die wir entwerfen, machen wir aus Vollholz, das ist gute, alte Tischlerschule", so Markus Zink. Für die Metallteile daran zeichnet Dirk Lüde verantwortlich. Der Designer, mit dem die beiden Leipziger seit Jahren zusammenarbeiten, ist gelernter Stahlbauschlosser. Als Hölzer wurden Ahorn und als Kontrast dazu der dunkle europäische Nussbaum mit seiner auffälligen Maserung verwendet. Die Prinzipalien sind schlicht gehalten. Klare Linien sind die Handschrift der Leipziger Designer, die sich "dem Raum anpassen, Kontrast, aber keine Konfrontation" wollen. "Das hat sich so seit der Diplomarbeit entwickelt", erklärt Markus Zink. Gemeinsam mit Agnes Gensichen hat er für diese den Altarraum in der Kirche Zwickau-Eckersbach neu gestaltet. Aktuell arbeiten sie an der St.-Johannes-Kirche in Göttingen, in der evangelischen Hochschule Dresden und in Leipzig.

Die beiden haben 1994 bis 1998 in Schneeberg an der Hochschule für Angewandte Kunst studiert. Die Arbeit in Zschorlau nahm das Ehepaar zur Gelegenheit, an seinen früheren Studienort zurückzukehren. "Das Haus, in dem wir vier Jahre gewohnt haben, steht nicht mehr. Aber die Bäckerei gibt es noch und vieles hat sich richtig toll entwickelt in der Stadt", beschreibt Markus Zink die Eindrücke.

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