Region in freudiger Erwartung auf den Titel

Betreiber historischer Bergbauanlagen hoffen auf mehr Touristen

Aue/Schwarzenberg.

Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, doch der Weltkulturerbestatus der "Montanregion Erzgebirge" scheint so greifbar wie noch nie: Icomos, ein internationales Beratergremium der Unesco, hat jetzt zum Antrag eine positive Empfehlung für die endgültige Entscheidung des Welterbekomitees zur Tagung Anfang Juli in Baku abgegeben.

Landrat Frank Vogel (CDU) hatte eine diesbezügliche Information schon Dienstagabend im Postfach. "Ich bin außerordentlich erfreut", erklärt Vogel. Seit gut zehn Jahren kämpfe die Region um den Titel. Wird der Traum wahr, könne man den Welterbestatus wie eine Klammer über die Erzgebirgsregion spannen. Ein bisschen Appetit dafür wolle man bereits am ersten Juni-Wochenende mit den "Bergbau-Erlebnistagen" machen. Sie sollen auf die insgesamt 22 nominierten Bestandteile im sächsischen und böhmischen Erzgebirge hinweisen.

Torsten Kleditzsch

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Auch in Zschorlau war die gute Botschaft am Mittwoch schon angekommen. Hier bemüht sich der Förderverein Schindlers Blaufarbenwerk um die Bewahrung des einzigen noch komplett erhaltenen Hüttenwerkes des Erzgebirges. Aktuell sind Vereinsmitglieder dabei, die Bausubstanz des Denkmals zu sichern. Auch werden die Dächer dicht gemacht. Wie Vereinschef Mike Haustein einschätzt, sei der Welterbestatus sehr wichtig. "Schon bisher war das Objekt bedeutend, doch mit dem Titel wird es umso mehr ins richtige Licht gerückt", meinte er.

Freude und Erleichterung über den weiteren Schritt in Richtung Weltkulturerbe war ebenso aus Olbernhau zu vernehmen. Hier steht die weithin bekannte Saigerhütte. "Europas einziges noch komplett erhaltenes Ensemble mittelalterlicher Buntmetallurgie", erläutert stolz Udo Brückner, Geschäftsführer des Olbernhauer Tourismusvereins. Die Bedeutung des Areals mit seinen insgesamt 21 historischen Gebäuden sei auch daran zu erkennen, dass es als einziges Objekt unverändert in beide Bewerbungsanträge aufgenommen wurde. Mit dem Welterbestatus erhoffen sich auch die Olbernhauer nicht nur mehr Touristen, sondern zugleich mehr Geld. "Sowohl vom Land als auch von der Kommune", sagt Udo Brückner. Und für den Tag der Entscheidung habe man bereits eine Idee: eine Live-Schaltung nach Baku, um die positiven Emotionen sofort in die Region transportieren zu können.

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