Rehaklinik: Von guter Auslastung bis zu fehlenden Badeärzten

Die Leitung der Einrichtung in Thermalbad Wiesenbad zieht für 2018 eine positive Bilanz. Der Anteil frisch operierter Patienten nimmt weiter zu. Doch es gibt auch Herausforderungen, sagt die Geschäftsführerin. Und diese betreffen nicht nur geplante Bauarbeiten.

Thermalbad Wiesenbad.

Vor der Gesellschaft für Kur und Rehabilitation in Thermalbad Wiesenbad liegt ein aufregendes Jahr. Immerhin soll die seit Langem vorbereitete Erweiterung und Sanierung des Kurhauses im Sommer beginnen. Ein Mammutprojekt für die Einrichtung, auch deshalb, weil sie bei laufenden Betrieb realisiert werden soll.

Doch nicht nur das Künftige stimmt Geschäftsführerin Ricarda Lorenz freudig. Auch der Blick zurück auf die Bilanz des vergangenen Jahres stimmt sie zufrieden. "Die Durchschnittsauslastung lag 2018 bei 83 Prozent. Eine Steigerung um 1,5 Prozent im Vergleich zu 2017", erklärt die Chefin der Rehaklinik. Der Erfolg sei unter anderem auf die gestiegene Anzahl von Anschlussheilbehandlungen zurückzuführen. Dabei handelt es sich um Patienten, die direkt nach einer Operation zur Reha kommen. Ein Zuwachs um 10 Prozent konnte in diesem Bereich verzeichnet werden. Damit nimmt der Anteil dieser Gruppe 36 Prozent aller Reha-Maßnahmen ein. Vor einigen Jahren waren es lediglich um die 20 Prozent, erläutert Lorenz. Die Zusammenarbeit mit regionalen Krankenhäusern nehme also zu.

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In der Therme wurden 2018 rund 45.000 Besucher gezählt, die zu den allgemeinen Öffnungszeiten und nicht im Zuge ihrer Therapie in der Rehaklinik kamen. Die Besucherzahl liege auf dem Niveau von 2017 und das trotz der mehrmonatigen Sperrung der B 101. "Wir sind froh, dass wir das Niveau halten konnten", sagt die Geschäftsführerin.

Beim Thema Gästezufriedenheit kann die Klinik-Leitung ebenfalls zufrieden sein. Regelmäßig werden die Patienten befragt. Im Durchschnitt bewerteten die Gäste die Einrichtung mit 1,55 Notenpunkten. "Es ist uns gelungen, das Ergebnis zu halten." Bereits im dritten Jahr in Folge sei diese sehr gute Note he-rausgekommen. Und auch bei externen Erhebungen schneide die Einrichtung sehr gut ab. Auf dem Portal www.klinikbewertungen.de wird die Thermalbad Wiesenbader Klinik mit sechs von sechs möglichen Sternen bewertet. Etwa 370 Erfahrungsberichte sind da aufgeführt.

Selbst wenn vieles sehr positiv ist, sieht Geschäftsführerin Lorenz dennoch einige Herausforderungen. Zum einen seien da die bevorstehenden Bauarbeiten zur Erweiterung und Sanierung des Kurhauses. Aber auch die Personalsicherung bereite ihr Sorgen. Und damit meint sie nicht ihr eigenes Haus. In der Rehaklinik liege die Fluktuationsrate bei gerade einmal 2 Prozent. Eine Rehaklinik lebe aber auch von einer attraktiven Region. So beobachtet Lorenz zum Beispiel die Lage in der Gastronomie mit Sorge. Aber nicht nur da.

So fehlen Badeärzte. Sie spielen im Reha-Alltag eine wichtige Rolle, wenn die Patienten keine stationäre Kur haben. Die Mediziner verfügen über eine Zusatzqualifikation, nehmen Untersuchungen an Patienten vor und schreiben Rezepte. Nur so seien ambulante Rehas möglich. Seitdem es im Kurort aber keinen niedergelassenen Hausarzt mehr gibt, der auch noch über die spezielle Zusatzqualifikation verfügt und zudem noch zwei weitere Mediziner aus der Region ihre Badearzttätigkeit niedergelegt haben, sei es schwieriger geworden. Zwar versucht die Klinik, mit der Qualifikation eigenen Personals Abhilfe zu schaffen. Doch bisher halfen die anderen Mediziner aus, was nun nicht mehr möglich ist.

Auch bei der Deutschen Rentenversicherung gebe es Veränderungen, deren Auswirkungen für die Klinik noch nicht genau abschätzbar sind. Mit dem Jahreswechsel hat die Deutsche Rentenversicherung ein Pilotprojekt gestartet, in dem bei der Patientenbelegung vor allem die Qualität entscheidet. Das betreffe laut Lorenz vor allem jene Patienten, die nicht von ihrem Wunsch- und Wahlrecht Gebrauch machen. "Qualitätsdaten mussten wir schon immer liefern", erklärt Ricarda Lorenz. Die Einrichtung bewege sich ihren Worten zufolge im oberen mittleren Bereich. "Sorgen mache ich mir keine. Wir wissen aber noch nicht, wie sich das konkret auswirken wird." Etwa ein Fünftel der Patienten kamen bisher über Zuweisungen nach Thermalbad Wiesenbad.

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