Reifenstecher in Hundshübel unterwegs

Ein unbekannter Täter soll heimlich zwei Motorräder beschädigt haben. Die Wut der Betroffenen ist groß. Die Polizei ermittelt.

Stützengrün.

Es passierte mitten in der Ausfahrt. Am Motorrad von Rico Reitzensteins Kumpel verlor ein Rad plötzlich Luft. "Ich dachte erst, wir haben einfach Pech und er ist in etwas reingefahren", erzählt der Hundshübler. Doch dann entdeckte Reitzenstein auch an seinem Motorrad einen Schaden. Er selbst beschreibt es als einen "kerzengerader Schnitt" im Reifen, der auf der Seite rein- und an der anderen rausgeht. Ein Schaden, wie er nur durch ein Messer herbeigeführt werden könne. Er sagt: "Den Reifen hat jemand angestochen."

Ereignet hat sich der Vorfall am vergangenen Samstag. Am Montag erstattete Reitzenstein im Auer Polizeirevier Anzeige gegen unbekannt. Was hätte passieren können, wäre der Reifen auf der Autobahn bei voller Fahrt geplatzt - darüber will sich der Erzgebirger lieber keine Gedanken machen. "Da muss man eigentlich gar nicht mehr weiterreden. Das hätte unseren Tod bedeuten können", sagt er.


Inzwischen treibt ihn vor allem die Frage um, wer zu so einer Straftat in der Lage ist. "Ich kann mir keinen Reim darauf machen", erklärt er. Einen Konflikt mit anderen Leuten habe er in jüngster Zeit jedenfalls nicht gehabt. "Und ich bin auch niemand, der durch den Ort heizt. Aber selbst wenn: So etwas ist durch nichts zu rechtfertigen."

Reitzenstein vermutet, dass der Reifenstecher einen Tag vor der Ausfahrt mit seinem Kumpel zuschlug: am 5. Juli. Das schlussfolgert er daraus, dass die Reifen an beiden Motorrädern beschädigt waren, die Fahrzeuge aber eigentlich nie zusammenstehen - nur an jenem Tag war das anders. Da waren beide in der Gartenanlage am Feuerlöschteich in Hundshübel und hatten ihre Maschinen gemeinsam auf dem Parkplatz abgestellt.

Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass in dem Fall eine Anzeige eingegangen ist. "Die Ermittlungen laufen wegen Sachbeschädigung", erklärt ein Sprecher. Als mögliche Tatzeit gibt er einen Zeitraum zwischen 20 und 22.30 Uhr an. Sachschaden: rund 120 Euro.

Der Erzgebirger hat dabei doppeltes Pech. Kurz bevor der Täter sich an seinem Motorrad zu schaffen machte, hatte er sich erst neue Reifen gekauft.

Die Chancen, dass die Polizei den Reifenstecher schnappt, schätzt Rico Reitzenstein derweil eher gering ein. Er will deshalb parallel zur Arbeit der Ermittler im Umkreis der Gartenanlage selbst auf die Suche nach dem Täter gehen. "Ich werde bei den Leuten klingeln und fragen, ob sie etwas gesehen haben." Auch Zettel wolle er aufhängen. "Man muss einfach alles probieren. Ich will, dass derjenige zur Rechenschaft gezogen wird."

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