Reitanlage in Grünstädtel braucht Investor

Ein Haldengelände wurde zum Schmuckstück. Mit der Zeit jedoch wuchs der Sanierungsbedarf, was den Verein der Pferdesportler überfordert. Die Stadt will die Anlage nun verkaufen - damit sie in privater Regie weiter erhalten und entwickelt werden kann.

Grünstädtel.

Für eine ungefähr 22.600 Quadratmeter große Fläche oberhalb des zu Schwarzenberg gehörenden Ortes Grünstädtel sucht die Stadt einen neuen Eigentümer. Und der soll zugleich Investor sein. Denn laut Bauamt besteht Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Bei dem Areal handelt es sich um das Reitsportgelände mit Reithalle und mit Reitplatz. Als Mindestgebot sind dafür 300.000 Euro aufgerufen. Außerdem wird ein durch den Pferdesportverein (PSV) Grünstädtel errichteter Pferdestall veräußert.

Dass in dem Grundstücksangebot, nachzulesen auf der Internetseite der Kommune, die Formulierung "zum Zweck der Betreibung einer Reitsportanlage" steht, ist für die Vereinsmitglieder eine kleine Beruhigungspille. "Eine Ausschreibung kann Risiken bergen", sagt Bernd Hentschel, 1972 in Rittersgrün Mitbegründer der Sektion Reitsport und 20 Jahre deren Leiter. Aus der Sektion, die in Grünstädtel Veranstaltungen mit bis zu 3000 Besuchern ausrichtete, ging der Verein hervor, Hentschel ist Ehrenmitglied. "Anlage und Verein müssen erhalten bleiben, nicht nur wegen der Tradition und der umfangreichen Eigenleistungen. Das habe ich auch Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer gesagt", so Hentschel. "Die Anlage darf keine private Ranch werden."


Die Stadt wolle ein gutes Einvernehmen mit dem Verein, betonte OB Hiemer Ende Mai, als die Stadträte die Ausschreibung bei vier Enthaltungen beschlossen. "Wir sind seit langem im Gespräch, haben uns auf eine gemeinsame Investorensuche verständigt", so Hiemer. 2017 gab es bereits einmal einen Kaufantrag durch zwei Vereinsmitglieder. Aber nachdem das Verkehrswertgutachten vorlag, wurde der Antrag wieder zurückgezogen. Für die Kommune selbst ist das Ganze angesichts vieler anderer Aufgaben und immer knapper werdender Mittel offenbar auch eine Nummer zu groß. "Wir schätzen ein, dass die Reitsportanlage nur durch private Investitionen erhalten und entwickelt werden kann." Dass der PSV, der sein Hauptaugenmerk auf die Kinder- und Jugendförderung legt, gehört wird, ist dem Tenor des Angebots zu entnehmen. Für Teilflächen gibt es einen Erbbaurechtsvertrag sowie einen Überlassungsvertrag. Dazu heißt es: "Es besteht Einvernehmen mit dem PSV, im Fall des Verkaufes diese Verträge zu beenden. Voraussetzung ist - für eine zumindest absehbare Zeit - die weitere Einbeziehung des Vereins in die Nutzung der Reitsportanlage." Das Gebot muss den fixen Kaufpreis fürs Reitsportgelände sowie für den Reitstall des PSV, dazu das Nutzungskonzept, die Investitionsverpflichtung sowie den Finanzierungsnachweis enthalten. Und der Erwerber muss sich verpflichten, das Gelände als Reitsportanlage weiterzuführen.

Berücksichtigt werden Angebote, die bis 30. August, 12 Uhr im Rathaus von Schwarzenberg vorliegen.

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