Rentnerin hilft wilden Katzen in Not

Schnell kann eine Katzenpopulation überhand nehmen. Eine Schneebergerin füttert die Tiere, kümmert sich aber auch darum, dass sie sich nicht unkontrolliert vermehren.

Schneeberg/Aue.

Kim und Wild sind zwei Katzen, die in der Tierarztpraxis von Sven Brabant in Aue Asyl gefunden haben. Hierher gebracht hat sie Gisela Schubert aus dem Schneeberger Ortsteil Griesbach. Es sind nicht die ersten, um die sich die Rentnerin kümmert. In den letzten Wochen habe der Bestand an verwilderten Katzen in ihrer Wohngegend stark zugenommen, erzählt sie.

Sechs Tiere leben in ihrem eigenen Haushalt, sechs weitere Katzen füttert sie. Weil sie nicht möchte, dass noch mehr Katzen dazukommen, hat sie sich entschieden, um Hilfe in der Tierarztpraxis Brabant zu bitten. Dort stellte man ihr eine Falle zur Verfügung. Mit der konnte Gisela Schubert ein Tier nach dem anderen einfangen und zum Kastrieren in die Praxis bringen. Nach dem Eingriff holte sie sie wieder ab und entließ sie in gewohnte Umgebung.

Mit Kim und Wild ist es aber so eine besondere Sache: Janka Brabant vermutet, dass deren Vater der beiden ein Main Coon gewesen sein könnte. Das sind besonders große, langhaarige Katzen. Die etwa ein halbes Jahr alten Geschwister Kim und Wild haben genau solches Fell. "Deshalb brauchen sie besondere Pflege. Es wäre nicht gut, sie einfach wieder in die freie Natur zu entlassen", sagt sie. Hinzu kommt, dass die beiden Katzen noch sehr wild sind. "Schmusekatzen werden das nie, aber wenn sie zu Menschen kommen, die Geduld mit ihnen haben und in Ruhe mit ihnen umgehen, kann sich zumindest die Wildheit legen", sagt Janka Brabant. Die Katzen wurden zunächst in der Tierarztpraxis aufgenommen. Janka Brabant startete über Facebook einen Vermittlungsversuch. "Leider ohne Erfolg bisher."

Gisela Schubert hat die Kastration der Katzen aus ihrer eigenen Tasche bezahlt. Beim Kater kostet diese 60 Euro, bei einer Katze 110 Euro. Eine finanzielle Unterstützung gab es von der Tierarztpraxis aus Spenden, die Kunden für den Tierschutz geben. "Dem Geld trauere ich nicht nach", sagt die Rentnerin. "Ich würde mir wünschen, dass Leute, die Katzen halten, mehr Verantwortung für die Tiere übernehmen, das schließt ein, dass man sie sich nicht unkontrolliert vermehren lässt", meint sie. Dankbar ist sie auch ihrer Nachbarin Jutta Krause, die den Transport der Katzen von ihrem Zuhause zur Auer Tierarztpraxis übernimmt. Gisela Schubert selbst hat keine Fahrerlaubnis, ihr Mann, der sie fahren könnte, liegt seit einem Vierteljahr im Krankenhaus.

Janka Brabant hat großen Respekt vor dem Engagement der Schneebergerin. "Es fehlen die entsprechenden Gesetze. Besitzer müssten strenge Auflagen bekommen, alle Tiere müssten einen Chip haben", sagt sie. Schnell könne eine Katzenpopulation überhand nehmen, schließlich können Katzen dreimal im Jahr drei bis vier Junge bekommen. "Wenn das Futter knapp wird, fangen die Katzen auch Singvögel weg, und Streuner übertragen Krankheiten", kennt die Tierarztfrau die Probleme.

Auch Christiane Fuchs, Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins Aue-Schwarzenberg und Umgebung, appelliert: "Verantwortungsvolle Tierhalter lassen ihre Katze kastrieren." Ausgesetzte Katzen würden auch immer wieder ins Tierheim nach Bockau gebracht, doch zurzeit halte sich die Situation im Rahmen. Der Tierschutzverein hat sich seit Jahren darum bemüht, im Umkreis streunende Katzen einzufangen und zu kastrieren. "Nach zwei bis drei Jahren macht sich das wirklich bemerkbar", sagt Christiane Fuchs.

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