Ritter erobern das Danelchristelgut

Zehn Tag lang erproben 140 Kinder in Lauter das mittelalterliche Leben. Sie sprechen aber auch über den christlichen Glauben.

Lauter-Bernsbach.

"Ritter in Grün - ihr habt uns siegen gesehen." So klingt der Schlachtruf der Viridis-Ritter, zumindest ein Teil davon. Viridis steht im Lateinischen für die Farbe Grün, und der Ruf war in den vergangenen Tagen auf den Wiesen am Danelchristelgut in Lauter häufiger zu hören. Da findet bis zum heutigen Samstag ein von Kirchen und christlichen Gemeinden der Region organisiertes Sommerlager statt. Dessen Motto: "Ritter aus Leidenschaft".

Da gehören Schlachtrufe eben dazu. Zum Beispiel, wenn ein Pokal gewonnen wird, erklären die grünen Ritter. Sie haben das schon zweimal geschafft - unter anderem für das Erstürmen einer Burg. Sie hoffen auch auf eine Trophäe für eine selbst gezimmerte Sauna mit Holzbänken. Den Pokal für Ordnung werden sie aber wohl eher nicht gewinnen, meinen sie selbstkritisch.


Das Sommerlager in Lauter gibt es bereits seit 2010. Gemeindepädagoge Daniel Langer (40) hatte die Idee anderswo "geraubt". Was mit 50 Kindern begann, sei inzwischen ein Selbstläufer, berichten Langer und seine Mitstreiter. "Das Interesse ist riesengroß. Aber wir kommen an Kapazitätsgrenzen", sagt Gemeindepädagogin Sabine Scholz (42). Sie schlüpft fürs Ritterlager in die Rolle von Burgfräulein Sabine von Burgel und trägt ein langes blaues Kleid. Lauters Pfarrer Christian Kaufmann ist Kaplan, und Daniel Langer mimt als Graf Daniel von und zu Langenfurt die Hauptfigur der Fantasiegeschichte, der sich das Sommerlager widmet. Die Kinder leben in fünf nach Farben benannten Ritterfamilien; die Gruppennamen wurden ins Lateinische übersetzt. Die Teilnehmer im Alter von neun bis zwölf Jahren sowie die 14- bis 15-Jährigen der Teenagergruppe werden zu Rittern ausgebildet. Sie absolvieren Geländespiele, bauen Zäune, Zugbrücken, Bänke, Wachtürme, und sie gehen auf Schatzsuche.

"Aber der Schatz ist nicht Gold", sagt Hermine (12) und ergänzt:. "Das ist Jesus und dass man sich für ihn entscheiden kann." Damit trifft sie das eigentliche Anliegen der zehntägigen Veranstaltung. Neben Abenteuer, Spaß und Spiel wollen die Organisatoren den Kindern "die Liebe Gottes vor Augen führen", sagt Pfarrer Kaufmann. "Wir möchten ihnen zeigen, wie ein Leben mit Jesus funktioniert." Dass dies Spaß macht, bestätigen Lena und Verena. Selbst ein wenig Regen zwischendurch stört nicht. Die 14-Jährigen finden es toll, mit anderen Jugendlichen etwas zu unternehmen, statt im Haus zu hocken. Nächstes Jahr seien sie wieder dabei, das stehe fest.

Um die 90 Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Camp funktioniert. Die meisten arbeiten ehrenamtlich. Und viele haben sich den Termin für 2020 schon wieder vorgemerkt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...