Saal des Herrenhofs Erla öffnet sich erstmals für Konzertbesucher

Verlockender Ausblick auf Samstag: Im sanierten Denkmal wartet ein denkwürdiges Ereignis. Und ein "alter Erlaer" kehrt heim.

Erla.

Der mit großem Aufwand sanierte historische Saal im ebenso aufwendig sanierten Herrenhof Erla erlebt am Samstag eine Premiere. Die Stadt Schwarzenberg und der Kulturbetrieb des Erzgebirgskreises veranstalten dort erstmals einen Konzertabend. Er beginnt 17 Uhr. Coronabedingt dürfen nur 40 Besucher die Darbietungen verfolgen, es gibt nur noch wenige Restkarten.

Ist das Konzert an sich schon eine Besonderheit, wirkt ein Künstler mit, der eine ganz besondere Beziehung zum Herrenhof hat: Violoncellist Hermann Meyer. Der Enkel von Ernst Richard Breitfeld, des letzten Erlaer Hüttenherren aus der Breitfeld-Dynastie, verlebte seine Kindheit im Herrenhaus, quasi im vierten Flügel der Anlage. Gegenüber im Herrenhof wohnte eine Schwester seiner Mutter mit drei Kindern - genau da, wo nach dem Entfernen von Zwischenwänden und nach handwerklichen Meisterleistungen jetzt wieder der Festsaal ist. Der bildete im November 2019 den Rahmen für die feierliche Eröffnung des sanierten Herrenhofs. Mit Winfried Wurlitzer bestritt Meyer damals den musikalischen Teil des Festakts.

Schon vor knapp einem Jahr ergriffen davon, "dass aus einem baulich abgeschriebenen Hof ein wunderbar saniertes Denkmal wurde, das zum Welterbe gehört", dürfte der in Augsburg lebende Meyer bei der erneuten Rückkehr wieder emotional berührt sein. Ausgebildet am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau, an den Hochschulen für Musik in Berlin und Hamburg und als Auslandsstipendiat in Paris, folgten dem ersten Engagement als Solocellist der Hamburger Symphoniker acht Jahre bei den Bamberger Symphonikern, wo er großen Dirigentenpersönlichkeiten begegnete und Orchesterkultur auf höchstem Niveau erfuhr. Mehrfach in das Bayreuther Festspielorchester berufen, gründete er als Solocellist des Philharmonischen Orchesters Augsburg 1987 die Kammersolisten Augsburg.

Mit renommierten Künstlern - der aus München stammenden Babette Haag an der Marimba und dem in Pirna geborenen Hardy Wenzel an der Viola - bietet Hermann Meyer am Samstag im Herrenhof, einem für ihn ganz besonderen Ort, ein außergewöhnliches Programm.


Programm des Konzerts

Werke von acht Komponisten erklingen zum ersten Konzert im Saal des sanierten Herrenhofs Erla:

Karl Ditters von Dittersdorf (1739- 1799): Duo für Viola und Violoncello in Es-Dur.

Max Reger (1873-1916): Suite für Violoncello allein op. 131.

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Allemande aus der Partita BWV 1004 für Viola solo.

Gabriel Fauré (1845-1924): "Aprés un rêve" für Viola und Marimba.

Modest Mussorgski (1839-1881): "Une Larme" für Viola und Marimba.

Wolfgang Lackerschmid (geboren 1956): "Flamencanon" Trio für Marimba, Viola und Violoncello.

Ney Rosauro (geboren 1952): Preludio für Marimba.

Joseph-Hector Fiocco (1703-1741): Allegro für Viola, Marimba und Violoncello. (stl)

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