Sammler entdeckt Riesen-Pilz im Wald bei Zwönitz

Ein Mann hat seinem 87-jährigen Vater einen Wunsch erfüllt - gemeinsam auf Pilzsuche wie in Kindertagen. Dabei erlebten sie eine Überraschung.

Diese 3,4 Kilogramm schwere Krause Glucke, einen heimischen Speisepilz, entdeckte Bernd Rößler im Wald bei Zwönitz.

Von Hans-Peter Kuppe

Das Glück des Tüchtigen hatte jetzt Pilzsammler Bernd Rößler aus Oberlungwitz. Der 67-Jährige fand bei Zwönitz eine gewaltige Krause Glucke (Sparassis crispa), auch Fette Henne oder Bärenschädel genannt: mit sage und schreibe 3,4 Kilogramm Gewicht.

"So etwas findet man vermutlich nur einmal im Leben. Ich habe vor Jahren schon mal eine gefunden, die war aber deutlich kleiner", sagt der Rentner. Seit Kindesbeinen geht Rößler auf Pilzpirsch. "Ich fahre meist nach Zwönitz, dort stelle ich mein Auto auf dem Parkplatz der Gaststätte Moosheide ab. Ich bin im Wald immer der Erste", sagt er und lacht. Er richtet es so ein, dass er zum Sonnenaufgang bereits in seinem angestammten Pilzrevier eintrifft. "Gegen Mittag brauchst du dort nicht mehr hingehen, da ist alles weg." Diesmal hat ihm vermutlich sein Vater Glück gebracht. "Er hat mich früher immer mit in den Wald genommen zum Pilzsuchen." Vater Günter ist inzwischen 87 Jahre alt, und die Gesundheit spielt bei ihm nicht mehr so gut mit. "Er hatte sich sehr gewünscht, noch einmal mit mir in die Pilze zu gehen, den Wunsch habe ich ihm an dem Tag erfüllt", sagt Rößler. Außer der Krause Glucke fanden sie an dem Tag leider nur angefressene und matschige Pilze und ein paar Flockenstielige Hexenröhrlinge. Die Fette Henne entdeckten sie gleich zu Beginn ihrer Pilzpirsch. Weil dieser Pilz, der einem riesigen Naturschwamm aus dem Meer gleicht, in keinen Korb passte, brachte ihn Bernd Rößler gleich zum Auto. "Danach musste ich erst einmal meinen Vater im Wald suchen, er hatte dort auf mich gewartet", sagt er und muss lachen.

Weil es sonst nix zu holen gab, blieben die beiden nur von 6.15 bis 8.45 Uhr im Wald. "Aber wir haben diesen riesigen Pilz gefunden, also hat es sich am Ende doch gelohnt", sagt Bernd Rößler. Die Krause Glucke, ein sehr guter Speisepilz, gibt es nicht im Supermarkt oder Gemüseladen. Wer so etwas kaufen möchte, legt bis zu 80 Euro pro Kilogramm hin. Ans Verkaufen hat der erfolgreiche Pilzsammler natürlich nicht gedacht. Den Pilz hat Ehefrau Helga zu Hause zubereitet. "Das war ein Gedicht. Wir haben dafür extra ein Rezept aus dem Internet rausgesucht." Wie Rößler jetzt weiß, sollte man die Krause Glucke nicht mit Zwiebeln in der Pfanne braten. "Da kommt Weißwein ran, auch etwas Sojasoße und Sahne. Am Ende war das so viel, dass wir noch sechs Portionen eingefroren haben." Die Krause Glucke ist kaum zu übersehen. Der Fruchtkörper wird zwischen 10 und 40 Zentimeter groß und kann ein Gewicht bis zu fünf Kilogramm erreichen.

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