Schäferhund Admiral hat die Nase vorn

Langenberg war Austragungsort für die Sächsische Landesmeisterschaft für Deutsche Schäferhunde. Doch der Ausrichterverein stellte diesmal keinen eigenen Starter.

Langenberg.

Ein junger Kerl, Knüppel in der Hand, rennt quer über die Wiese. Er stürmt auf eine Frau zu, will sie angreifen. Doch deren Hund geht dazwischen, erwischt den Mann am Arm, lässt sich auch von Schlägen nicht abschrecken. "Aus!" - "Sitz!" - "Platz!", ruft die Frau schließlich. Manja Weinhold heißt sie. Miro ist ihr Schäferhund und die Szene kein echter Überfall, sondern Teil eines Turniers.

Dort, wo normalerweise die Fußballer von Langenberg kicken, fand am Wochenende die Landesmeisterschaft für Deutsche Schäferhunde der Landesgruppe Sachsen statt. Insgesamt 18 Tiere gingen an den Start. Für zwei Tiere musste der Wettstreit krankheitsbedingt abgebrochen werden. So absolvierten 16 Tiere zusammen mit ihren Besitzern die Disziplinen Unterordnung, Fährtenlesen und Schutzdienst. Bei letzterer täuschten Helfer aus dem Verein Angriffe auf die Hundebesitzer vor. Die Vierbeiner sollten diese verhindern beziehungsweise unterbinden.

"Sehr anspruchsvoll", nennt Andreas Weigel den alljährlichen Wettkampf. Es brauche mehrere Jahre Ausbildungszeit bis ein Hund soweit sei. Andreas Weigel ist Vorsitzender der Ortsgruppe Raschau-Langenberg im Verein für Deutsche Schäferhunde. 30 Mitglieder und etwa 30 Hunde zählt die Ortsgruppe. Allerdings stellte der Verein keinen Starter zu diesem Wettbewerb, den die Ortsgruppe in diesem Jahr ausgerichtet hat. Einigen fehle die Zeit für die intensive Arbeit mit den Vierbeinern, oder sie setzen bei ihren Tieren andere Schwerpunkte, heißt es zur Begründung. Der 53-jährige Andreas Weigel, seit diesem Jahr auch Sachsens Landesgruppenzuchtwart, legt bei seinen Tieren vor allem Wert auf Schönheit. Aber im Verein gebe es sehr wohl zwei Hunde, die künftig bei Meisterschaften mitmachen könnten. Dazu gehört Lukan, der Vierbeiner von Michael Keller (32) aus Langenberg. Der junge Mann trainiert jeden Tag mit dem Rüden. 2019 soll Lukan antreten. Michael Keller, seit Kindertagen mit Hunden befasst, engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für Wettkämpfe. Denn er ist einer jener Helfer, die Angriffe vortäuschen und sich von Hunden stoppen lassen. "Das ist Leistungssport. Man muss hoch konzentriert sein, sonst wird man schnell verletzt", sagt Keller. Geht sein Lukan nächstes Jahr an den Start, muss der Vierbeiner unter anderem geworfene Hölzer zurückbringen und dabei eine einen Meter hohe Hürde überspringen, so wie dies am Sonntag beispielsweise Matti von der Traubeneiche aus Oberlungwitz getan hat. Der hat sich gut geschlagen. Das Fährtenlesen lief bei dem Tier von Norman Bartsch aber gar nicht. "Hunde haben gute und schlechte Tage, wie Menschen", weiß Wettkampfrichter Günter Diegel aus Berlin. Und bei der Hitze und Trockenheit dieses Sommers sei Fährtenlesen eine echte Herausforderung.

Auch wenn die Meisterschaft ein Hobbysport ist, hat der Wettbewerb einen ernsthaften Hintergrund. Schäferhunde seien mit ihren hervorragenden Eigenschaften bestens geeignet zum Beispiel als Drogenspür-, Lawinensuch- und Sprengstoffspürhunde. "Um diese Anlagen in der Rasse zu erhalten, sind Prüfungen wichtig", sagt Joachim Stiegler, Sachsens Landesgruppenvorsitzender. Gewonnen hat die diesjährige Meisterschaft Schäferhund Admiral von Hundeführerin Daniela Apitz aus Großpösna. Ihr Ehemann Marco belegte mit seinem Hund Ajahnique Platz 2. Ausruhen auf den Preisen können sich die beiden Hundeführer und ihre Vierbeiner indes nicht. Denn sie treten bereits Mitte September auf Bundesebene an.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...