Schau zeigt Traditionelles und Modernes

Bei einer Sonderführung im Schwarzenberger Schloss ging es um die Entwicklung der Formen in der Volkskunst. Gefragt ist derzeit Abstraktes.

Schwarzenberg.

"Der Picus ist seit 2017 das Symbol des erzgebirgischen Kunsthandwerker- und Spielzeugherstellerverbandes", sagt Anette Barth, Mitarbeiterin des Museums Perla Castrum und holt aus ihrer Hosentasche die kleine pummelige Steigerfigur hervor. Seit 25 Jahren, so ist es in der Sonderführung am ersten Weihnachtsfeiertag zu erfahren, vergibt der Verband für besondere Formen Preise. Die mittlerweile mehr als 100 preisgekrönten Serien und Einzelstücke erzgebirgischer Volkskunst können noch bis zum 19. Januar auf Schloss Schwarzenberg bestaunt werden.

"Die Sonderschau Tradition und Form ist unsere diesjährige Weihnachtsschau", erklärt Barth den Gästen. Obwohl sehr viele Besucher am Nachmittag im Museum der Stadt Schwarzenberg unterwegs sind, schließen sich nur drei Gäste der Sonderführung an. "Das ist ein bisschen schade", findet Anette Barth, lässt sich aber nicht beirren und nimmt die drei Interessierten mit auf eine gestalterische Reise. "Die Tradition - alles kommt vom Bergwerk her - spiegelt sich in der Volkskunst wider", so Barth. Ein Beispiel dafür sei der Schwibbogen in seiner wunderbaren Vielfalt der Motive. "Aber auch beim Schwibbogen setzen sich abstrakte Formen durch", so Barth und verweist auf einen Bogen, den Peter und Tony Wagner entworfen haben. Der schlichte Bogen ohne Bild trägt den Name "Halo" und hat in diesem Jahr einen Designpreis erhalten. Er ist nicht aus Sperrholz, sondern auch massivem Holz gearbeitet. Die Lichter sind LED-Streifen, die die Kerzen symbolisieren. Ihm gegenüber steht ein Schwibbogen, der sehr üppig gestaltet ist und die Dresdner Frauenkirche zeigt.

Krippen wurden geschaffen, weil es in manchen Jahren aufgrund der Schneemassen nicht möglich war, die Kirche zu besuchen, weiß die Museumsmitarbeiterin zu erzählen. "Auch die Krippen gibt es heute in modernen Formen. Maria und Josef sind zwar noch zu erkennen, aber eben sehr stark vereinfacht dargestellt", sagt sie. Zudem verweist sie darauf, dass es einen einzigen Bereich gibt, in dem kaum abstrakte Formen zu finden sind: "Das ist bei den Räuchermännern, die sind immer als solche zu erkennen."

Am Ende der Sonderführung nahm Anette Barth ihre Gäste mit in den Schlossturm und dort ins Zimmer der Museumspädagogik. "Hier werden wir, wie es Brauch am ersten Weihnachtsfeiertag, den Stollen anschneiden, der mit dem weißen Puderzucker an das in Windeln gehüllte Christkind erinnert", erklärt sie. Anette Barth las aus dem erzgebirgischen Weihnachtskalender vor, während die Gäste Stollen und Tee genießen konnten. Ursula und Horst Schramm aus Grünstadt in der Pfalz dankten ihr: "Es war sehr umfangreich und interessant", so die Gäste, die Urlaub in Oberwiesenthal machen.

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