Schaulustige begrüßen ersten ICE in Aue

Großstadtflair herrschte gestern für kurze Zeit in der Brückenstadt. Ein Hochgeschwindigkeitszug fuhr durch den Bahnhof.

Aue/Schwarzenberg.

Das hat Aue noch nicht erlebt. Punkt 16.21 Uhr rollte gestern ein ICE um die Kurve und fuhr langsam am Bahnhof vorbei. Dass der Zug, anders als geplant, nicht hielt, störte dabei nur die wenigsten der gut 50 Schaulustigen, die gekommen waren, um sich selbst ein Bild von dem ungewöhnlichen Anblick zu machen.

Aufgereiht am Bahngleis und mit der Kamera in der Hand hatten die Auer den Hochgeschwindigkeitszug begrüßt. Einige warteten bereits 30Minuten vor Eintreffen des Zuges am Bahnhof - und rannten dem ICE dann sogar hinterher, als er kurz nach dem Bahnsteig an einem roten Signal warten musste. Gegen 16.27 Uhr fuhr der Zug schließlich weiter in Richtung Bad Schlema.


Rentnerin Renate Czyba, die mit ihrem Mann zum Schauen gekommen war, sagte: "Das ist ein Highlight umsonst." Der ICE fahre immerhin nicht alle Tage durch Aue. Vor allem für Jüngere, sagt ihr Mann, wäre das jedoch wünschenswert - wenn auch unwahrscheinlich.

Bei dem ICE handelt es sich um einen Versuchszug der Deutschen Bahn. Mit dem "Advanced Trainlab" genannten Fahrzeug soll im Erzgebirge die Zukunft des Bahnfahrens erforscht werden, etwa wie Züge mit Hilfe von moderner Technik im schnelleren Takt fahren können. Auch das führerlose Fahren ist ein Thema. Zwischen Annaberg und Schwarzenberg ist dafür eine Teststrecke eingerichtet worden.

Bei einer Probefahrt durchs Erzgebirge wurde der Versuchszug gestern vorgestellt. Mit im ICE saßen Vertreter aus Wirtschaft und Politik, darunter der Bürgermeister von Raschau-Markersbach, Frank Tröger, und die Schwarzenberger Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer. Sie sagte: "Es war einfach toll. Überall standen die Leute und haben geschaut." Der Zug war von Leipzig aus nach Chemnitz und dann weiter nach Annaberg, Aue und Zwickau gefahren.

Auch in Schwarzenberg war der Zug mit großem Interesse erwartet worden. Im Eisenbahnmuseum hatte man sogar auf einen Zwischenstopp gehofft. Weil der ICE wegen einer Störung aber auf dem Markersbacher Viadukt einige Zeit halten musste und so drohte, sich weiter zu verspäten, fiel der Halt kurzfristig aus. Axel Schlenkrich, Geschäftsführer des Vereins der sächsischen Eisenbahnfreunde, die das Eisenbahnmuseum betreiben, erhielt die Nachricht per Telefon. Er sagt: "Es ist schade, es wäre einmalig gewesen. Wir hatten sogar das Stellwerk besetzt." Vielleicht ergebe sich später noch einmal die Chance, für einen Halt des ICE im Museum. Kurz gesehen hat Schlenkrich den Schnellzug gestern aber schon: "Er ist hier vorbei. Da habe ich natürlich gewinkt."

 

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