Schmuckstücke mit Rädern

Das Oldtimertreffen in der Klosterstadt hat zu seiner 12. Auflage 200 Teilnehmer angezogen - und jede Menge echte Raritäten.

Grünhain-Beierfeld.

Wie schon bei einigen Veranstaltungen in den Vorjahren konnte es der Wettergott auch diesmal nicht lassen, kurz nach der Rundfahrt durch die Stadt seinen wässrigen Segen auszuschütten. "Wir mussten deshalb das spektakuläre Traktorziehen auf dem glitschigen Gelände ausfallen lassen", sagte Karl-Heinz Bethke von den Oldtimerfreunden Beierfeld, die wieder die organisatorischen Fäden in den Händen hielten.

Am Wochenende fand in Grünhain das 12. Oldtimer- und Traktorentreffen statt. Trotz Unwetter: Mit rund 200 Teilnehmern beteiligten sich ungefähr so viele wie im Vorjahr. Echte Raritäten waren in den Freizeitpark getuckert: nicht nur die legendären Ackerschlepper Lanz-Bulldog, sondern auch Pkw, Zweiradfahrzeuge und mit Transmission oder Kardanwelle angetriebene Arbeitsgeräte.


Markus Seltmann aus Beierfeld demonstrierte etwa, wie ein Sägegatter Stämme in Bohlen verwandelt und sagte: "Wir wollten wieder etwas Bewegung in das Treffen bringen." Besitzer des Gatters ist Thomas Gerber: "Mein Großvater hat damit in Grünhain sein Sägewerk betrieben und wir arbeiten heute noch mit vielen seiner Maschinen und sind froh, nichts verschrottet zu haben." Das Gatter stamme ungefähr aus den 1930-er Jahren von der Firma Linus Seifert aus Olbernhau. Sein Sohn Max Gerber besitzt den Führerschein von seinem Urgroßvater, Hugo Max Gerber, aus dem Jahre 1928. Unverkennbar die Ähnlichkeit des 15-Jährigen Urenkels auf dem Passbild. "Ich bin auch nostalgisch veranlagt und besitze in meiner Sammlung 160Sturmlaternen", sagte Max und lacht.

Die Gerbers sind besonders stolz auf ihr Motorrad "Standard". Das Supersport-Modell mit 500 Kubikzentimeter, um 1928 von Wilhelm Gutbrod in Ludwigsburg gebaut, sei eine zuverlässige, von Sieg zu Sieg eilende Rennmaschine. Ursprünglich wurde der Scheinwerfer mit Karbid betrieben. Die Gerbers haben die Beleuchtung auf heutige Standards umgerüstet. Als weitere Raritäten haben die Gerbers das alte Einsatzfahrzeug ELO der Feuerwehr Grünhain und die nostalgische, bis auf 18 Meter ausziehbare Holzleiter, gerettet.

Klaus Walther aus Markersbach war mit seinem amerikanischen Jeep dabei. "1998 habe ich meinen Willys-Jeep MC, Baujahr 1945, in Landau an der Isar erworben und wieder fahrtüchtig gemacht", sagte der der 65-Jährige. "Das Fahrzeug war in Korea im Einsatz und wurde von der US-Armee ausgesondert. Nach dem Kriege ackerten nicht mehr benötigte Militär-Jeeps als Landmaschinen." Ein Jahr lang wurde gemeinsam mit dem Sohn an dem Fahrzeug geschraubt; demnächst steht ein Ventilwechsel auf dem Montageplan.

Gottfried Pöhler aus Crandorf war diesmal mit einem Zweirad - Marke NSU-201/OS, Baujahr 1935, acht PS - vorgefahren. "Seit sieben Jahren sitze ich regelmäßig im Sattel und habe alles selbst restauriert", sagte der Besitzer.

Zu Hause steht noch ein DDR-Eigenbau "Oktavia Super" in der Garage: "Den Motor habe ich aus einem Octavia Kombi ausgebaut und 1973 meinem Traktor als Herz eingesetzt. Als Brennstoff dient Propangas", sagte Pöhler. "Die Vorderachse stammt von einem Robur K30, die Hinterachse trieb mal einen Opel Blitz an, der schon gemeinsam mit General Rommel durch Afrika gefahren ist. Später diente die Achse in der Herrenmühle in Schwarzenberg als Antrieb."

Johannes Brand aus Zwönitz nutzt seinen Eicher Schmalspurschlepper, den er von einem Schwarzwälder erworben hat, für die Feld- und Waldarbeit. Die Schwarzwälder Oldtimerfreunde fehlten dieses Jahr leider. Bisher ging es mit einigen Freunden fast jedes Jahr die rund 600 Kilometer per Achse ins Erzgebirge.

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