Schneeberger Rathaus für Einzug bereit

Nach über zwei Jahren sind die Bauarbeiten in dem historischen Gebäude abgeschlossen. Bevor die Verwaltung dort wieder die Arbeit aufnimmt, dürfen die Bürger das Haus besichtigen.

Schneeberg.

Alles muss raus, hieß es Ende 2017 im Schneeberger Rathaus, als die rund 40 Mitarbeiter ihre Umzugskisten packen mussten. Für die Komplettsanierung des historischen Verwaltungsgebäudes brauchten die Handwerker freie Bahn. Eineinhalb Jahre sollten die Rathausmitarbeiter bei den Kollegen vom Bauamt an der Schulgasse unterkommen. Doch das Provisorium dauerte fast ein Jahr länger als geplant. Erst jetzt werden wieder die Kartons gepackt, denn das Rathaus kann am 10. Juni endlich bezogen werden. Wer bereits einen Blick in das sanierte Gebäude werfen durfte, wird bestätigen, dass sich das lange Warten gelohnt hat.

"Der Auszug der Mitarbeiter und die grundhafte Sanierung des Rathauses waren die richtige Entscheidung", erklärt Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika). Denn das alte Verwaltungsgebäude hielt für die Planer und Handwerker einige Überraschungen bereit, die sich letztlich auch in den Kosten widerspiegeln. Ursprünglich sollte das Stadtbild prägende Gebäude vor allem den dringend erforderlichen Brandschutz erhalten, doch die Liste wurde immer länger. 2017 wurden die Kosten auf 2,05 Millionen Euro geschätzt. Derzeit wird mit 2,6 Millionen Euro gerechnet.

So können sich die Besucher jetzt über einen barrierefreien Zugang freuen. Dieser ist bereits von außen durch die abgesenkten Bordsteine und die leichte Steigung erkennbar. So ist auch mit einem Rollstuhl der Zugang zum Rathaus möglich. Im Inneren geht es ohne Stufe weiter direkt zu einem neuen Fahrstuhl, der im Innenhof montiert wurde. Denn weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, durfte der Lift nicht an der Außenseite angebracht werden. Die Stufen neben dem sanierten Kälberbrunnen wurden für den Fahrstuhlzugang entfernt. Im neuen hellen Eingangsbereich befindet sich rechts in der ehemaligen Touristinformation der neue Empfangstresen. Dort sollen Bürger Informationen und Formulare erhalten.

Der Zugang ins sanierte Treppenhaus erfolgt über eine neue Glastür. Kurios ist das Geländer, an dem Besucher, die in den ersten Stock gehen, nun einen zweiten Handlauf finden. Dieser wurde zur Erhöhung des Geländers angebracht, da die ursprüngliche Höhe nicht mehr den heutigen Vorschriften entspricht. Doch nicht nur das Geländer hat eine vorschriftsmäßige Absturzsicherung bekommen, auch an Fenstern wurden Querstangen angebracht, da die Brüstungshöhe zu niedrig ist.

Farbige Überraschungen boten die alten Schichten des Innenputzes, wo teilweise auch grüne Farbe zum Vorschein kam. Vermutlich wurde diese beim Umbau des Rathauses 1910 verwendet. Aufgrund des Denkmalschutzes wurde sie nun erneut aufgetragen. Gelitten hatten auch die Schriftzüge im Treppenhaus. Ihr Gold wurde im Laufe der Jahre weggeputzt, nun mussten die letzten Blattgoldreserven des Rathauses aufgetragen werden.

Wichtig für den Brandschutz in dem offenem Treppenhaus sind die neuen Türen, die selbstständig im Falle eines Feuers schließen. Auch das Schließsystem im Rathaus wurde umgestellt. Zwar gibt es noch Schlüssel für die Türen, der eigentliche Zugang wird über eine Software ermöglicht, die nach Zugangsberechtigung individuell verändert werden kann. Aufgesperrt werden soll das Rathaus bei einem Tag der offenen Tür. Dieser soll am Samstag, 6. Juni, stattfinden. Allerdings gibt es aufgrund der Corona- Pandemie gewisse Einschränkungen. Der Zutritt erfolgt nur nach Voranmeldung. Von 9 bis 16 Uhr werden Führungen angeboten. Eine Führung dauert etwa eine Stunde. Die Teilnehmer pro Führung sind auf zehn Personen begrenzt. Anmeldungen dafür sind möglich von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr unter Telefon 03772 356232.

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