Schneeberger Tafel erhält neuen Kühlwagen

Mehr als 500 Bedürftige versorgen sich im Monat in der Essensausgabe. Vor allem bei einer Gruppe steigt die Nachfrage. Eine Investition soll die Arbeit nun verbessern.

Schneeberg.

Freude in der Schneeberger Tafel: Die Einrichtung für Bedürftige hat am Montag ein neues Kühlfahrzeug in Empfang genommen. Es ersetzt einen in die Jahre gekommenen Transporter, der nun abgegeben werden soll. Silke Vogel, die Leiterin der Tafel, sagt: "Es erleichtert uns die Arbeit. Jetzt können wir endlich die Kühlkette einhalten."

Lebensmittel, die die Tafel von etwa zehn Supermärkten und mehreren Bäckereien in und um Schneeberg bezieht, waren nämlich bisher mit einem Wagen ohne Kühlfunktion transportiert worden. Mit Eis, Tiefkühl-Pizza und gefrorenem Gemüse im Hochsommer ein Problem. "Etwa alle vierzehn Tage fahren wir zudem nach Dresden zum Hauptlager der sächsischen Tafel, um Essen abzuholen", erklärt André Thomas, einer der Tafel-Mitarbeiter und Fahrer. Heißt im Klartext: Die Investition war dringend notwendig.

Bereits seit dem Jahr 2015 waren dafür Spenden gesammelt worden. Neben dem Freistaat und der Supermarktkette Lidl gaben auch 50 Privatleute und Unternehmer Geld, darunter Stadträte aus Schneeberg, die auf ihre Aufwandsentschädigung verzichteten. Insgesamt 46.000 Euro kamen so am Ende zusammen, wie die Arbeiterwohlfahrt Erzgebirge als Betreiberin berichtet.

In der Tafel werden jeden Monat gut 500 Hilfsbedürftige mit Lebensmitteln versorgt. Sie kommen aus Schneeberg, Aue-Bad Schlema und Zschorlau. "Wir hatten aber auch schon Leute aus Hartenstein und Eibenstock hier", sagt Leiterin Vogel. Zehn Mitarbeiter, darunter viele Ehrenamtliche, sortieren und verkaufen die Waren. Für drei Euro erhalten Kunden einen bis oben vollgepackten Beutel. Das Angebot an Lebensmitteln variiert dabei von Woche zu Woche. "Wenn die Leute vor Weihnachten im Supermarkt keine Lust auf Salat haben, bekommen wir den", sagt Silke Vogel.

Den mit Abstand größten Anteil unter den Kunden machen nach Angaben der Tafel derzeit Hartz-IV-Empfänger aus. Geringverdiener und Menschen mit Migrationshintergrund gehören ebenfalls zum Klientel. Flüchtlinge aus der Asyl-Erstaufnahme zählten aber nicht dazu, sagt Silke Vogel. "Die werden in ihrem Heim versorgt." Deutlich zugenommen habe in den vergangenen Jahren der Anteil der Rentner, den Vogel auf zehn Prozent schätzt. Sie sagt dazu: "Bei uns schlägt inzwischen die Altersarmut zu."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 0
    4
    Interessierte
    28.01.2019

    Der Staat wird froh sein , dass es die Tafel gibt , damit kann die ´westliche` Überproduktion aus dem ´blendenden` Reichtum - auch noch vertan werden …
    Und dafür werden Millionen in die Tafeln gesteckt wie kürzlich erst eine Tafel für 1 Mio saniert wurde …
    Und von der ´Grünen Woche´ 15.5 Tonnen abgeholt - von den Tafeln …...



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...