Schneebergs Stadtrat lehnt Poller mehrheitlich ab

Bürgervertreter kippen vorgeschlagenes Projekt zur Verkehrsberuhigung im Zentrum - Stadtchef verwundert

Schneeberg.

In Sachen Verkehrskonzept bleibt in der Schneeberger Innenstadt vorerst alles beim Alten. Ziel war es, durch eine Sperrung für den Durchgangsverkehr eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu erreichen sowie Fürstenplatz und Markt gastronomisch zu erschließen. Doch der Stadtrat hat am Donnerstag das Vorhaben mehrheitlich abgelehnt, für rund 180.000 Euro versenkbare Poller für eine zeitweise Sperrung in dem Bereich zu installieren.

Bürgermeister Ingo Seifert (Freie Wähler/Bika) hatte im Mai ausführlich das Verfahren erläutert - mit Einwohnerversammlung, Bürgerbefragung, Workshop und intensivem Austausch mit Tourismus- und Gewerbeverein Schneeberg. Drei Varianten gab es. Zu dem Zeitpunkt hatten die Ratsfraktionen einen Vorschlag eingebracht, nämlich eben jene versenkbaren Poller im Bereich Markt/Fürstenplatz. Die Bürgervertreter beauftragten im Frühjahr mit 17 Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung die Verwaltung mit der Planung der Standorte sowie der Prüfung der baulichen Umsetzbarkeit und des Finanzvolumens. Dass es jetzt plötzlich eine gegenteilige Meinung gibt, verwundert den Bürgermeister. "Eine vollständige Sperrung stand nie zur Debatte, und dass der Öffentliche Personennahverkehr während der Schließzeit per Transponder den Bereich befahren kann, stand auch außer Frage", so Seifert. Die Stadt wäre selbst bei hochgefahrenen Pollern von allen Seiten befahrbar, die Parkplätze blieben erreichbar. "Man muss eine physische Variante finden. Allein mit Schildern bekommt man eine Verkehrsberuhigung nicht geregelt." (wend)

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