Schönheide-Ost: Mehr Geld fürs Bahnhofsgebäude nötig

Der Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Jetzt lauerte eine Überraschung im Untergrund.

Schönheide.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Schönheide-Ost ist eingerüstet. Zurzeit wird dort die Fassade saniert. Neue Fenster, nach historischer Vorlage angefertigt, wurden bereits eingesetzt. Das ist das, was von außen sichtbar ist. "Der größte Teil der Sanierungsarbeiten fand allerdings im Inneren statt", berichtet Holger Drosdeck vom Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen (FHWE). So wurden sämtliche Leitungen in dem Gebäude neu verlegt und die komplette Haustechnik wie die Heizung neu installiert.

Der Verein hat das Bahnhofsgebäude 2009 erworben. Ins Sichern der Substanz des über 140 Jahre alten Hauses hat der Verein 2011 schon einmal aus eigener Kasse mehrere tausend Euro investiert. Eine umfassende Sanierung war aber nur mit einer Förderung möglich. Die bekam der Verein im Juni 2017 in Höhe von 150.000 Euro aus dem Leader-Programm. Im April dieses Jahres begannen die Arbeiten. In vielen Stunden ihrer Freizeit kamen die Mitglieder am Bahnhof zu Arbeitseinsätzen zusammen.

Nun hat sich ein Problem unter der Erde aufgetan: "Die unterirdischen Bestandteile der Regenwasserentwässerungsanlage - ein umfangreiches System aus Rohrleitungen und Schleusen - zeigten sich nach dem Aufgraben als völlig desolat", beschreibt Drosdeck die Situation. Untersuchungen im Rahmen der vorausgegangenen Bauplanung hatten ein intaktes System gezeigt. Für die Sanierung schlagen nunmehr 85.000 Euro Mehrkosten zu Buche.

Die ursprüngliche Finanzplanung beim Sanieren des Bahnhofsgebäudes sah so aus: 195.000 Euro sollte sie insgesamt kosten, davon 150.000 Euro Fördermittel und 45.000 Euro Eigenanteil des Vereins. Doch nun schlagen 130.000 Euro Eigenmittel für den Verein zu Buche. Diese muss der FHWE allein tragen, denn eine Erhöhung der Fördersumme gibt es gemäß den geltenden Förderrichtlinien des Leader-Programms nicht.

Da die 85.000 Euro Mehrkosten den FHWE bis an die Grenzen seiner finanziellen Belastbarkeit bringen, hat der Verein eine Sonderspendenaktion ins Leben gerufen. Ziel: 30.000 Euro in die Kasse spülen. "Den Rest der Mehrkosten deckt der Verein aus anderen Mitteln", sagt Drosdeck.

Der FHWE kümmert sich seit 1999 um den Streckenteil Schönheide-Ost - Muldenberg. 2008 wurde auf dem Abschnitt Schönheide-Süd - Hammerbrücke der Verkehr mit der Motordraisine Wernesgrüner Schienenexpress (WEX) wieder aufgenommen. Seit gut zehn Jahren ist der Verein bestrebt, den Betrieb des Schienen-Expresses auf den 5,5 Kilometer langen und touristisch besonders relevanten Streckenabschnitt Schönheide-Ost (Schönheiderhammer) - Schönheide-Süd (Wilzschhaus) auszudehnen.

Spenden können an den FHWE unter Konto DE70870540003667000099 bei der Erzgebirgssparkasse überwiesen werden, Verwendungszweck: Spende Bahnhof Schönheide Ost

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