Schüler lernen viel über Bergbautradition

Mit "Glück auf" hat diese Woche der Unterricht an der Oberschule Eibenstock begonnen. Die Montanregion Erzgebirge stand im Mittelpunkt.

Eibenstock.

Mit einer Mettenschicht haben am gestrigen Freitag die Schüler von drei 7. Klassen der Oberschule Eibenstock ihre Projektwoche beendet, bei der es um die Montanregion Erzgebirge und den Unesco-Weltkulturerbetitel ging. Die Schüler ließen sich dabei unter anderem ihr selbst gemachtes Speckfett schmecken. Das Zubereiten gehörte zum Auftakt der Woche am Montag mit sieben Stationen.

Wie lebten früher die Bergleute? Was hatten die Mitglieder der Bergmannsfamilie für Aufgaben im Alltag? Woher kommt das Erz? Was bedeuten typische Begriffe aus der Bergmannssprache? Antworten auf diese Fragen gab es an weiteren Stationen. Dabei halfen Mitarbeiter der Technischen Universität Freiberg. Die Schüler konnten sich zudem in verschiedenen erzgebirgischen Handwerken ausprobieren: Schnitzen, Klöppeln, Zinngießen. Am Dienstag ging es für die Schüler ins Bergwerk St. Anna nach Zschorlau und nach Wolfgangmaßen. Am Mittwoch stand eine Exkursion ins Blaufarbenwerk Zschorlau auf dem Programm.

Am gestrigen Freitag wurde ein Resümee zur erstmals zu diesem Thema durchgeführten Projektwoche gezogen. Vier Lehrer haben die Ideen dazu entwickelt und die Organisation übernommen: Susann Tuchscheerer, Aron Vogel, Thomas Helm und Saskia Tümpel. "Uns ist es wichtig, von den Schülern zu erfahren, was ihnen gut gefallen hat und was nicht. Schließlich wollen wir das Projekt noch verbessern", erklärt Susann Tuchscheerer. Sie erzählt, auch selbst dazu gelernt zu haben. "Wer von uns Jüngeren kennt sich schon mit den Bergbautraditionen hier aus, obwohl wir hier leben?"

Willy Herold gehört zu den wenigen unter seinen Mitschülern, die sich mit Bergbautraditionen auskennen. Der Junge ist Mitglied der Bergknappschaft Johanngeorgenstadt. Zur Projektwoche hatte er seine Tracht mitgebracht - Kappe, Arschleder, Hose, Kniehose und Jacke. Stolz erzählt er, dass er bei Bergaufzügen Schildträger ist. Für Leonie Unger wiederum war das meiste, was sie über die Montanregion erfahren hat, völlig neu. Als sie etwas im Schulhaus über die Verleihung des Titels Weltkulturerbe gelesen hatte, konnte sie sich unter dem Begriff gar nichts vorstellen. Celine Kaber erzählt, dass sie zwar schon ein Bergwerk besucht hat, aber in der Projektwoche viel mehr über das Thema erfahren habe.

Die Eibenstocker Schule ist Anwärter für den Titel "Unesco-Schule". Das jetzt durchgeführte Projekt soll laut Saskia Tümpel dafür "einen kleinen Anfang darstellen". Ebenso möchte die Schule in Zukunft "Glück-auf-Schule" heißen. Der allseits bekannte Bergmannsgruß soll schließlich um 1575 in Eibenstock geprägt worden sein.

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