Schwarzenbergerin erntet viel Zuspruch im Netz für ihren Song

Mit ihrem Song "Kind, Mutter, Mensch" landete Ela Schwarz einen Hit in den sozialen Netzwerken. Die 21-Jährige verbindet in besonderer Weise ihren Beruf mit ihrer Musik.

Leipzig/Schwarzenberg.

Momentan passiert eine Menge im Leben von Ela Schwarz. Zum einen stehen der gebürtigen Schwarzenbergerin, die derzeit in Leipzig eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert, die Zwischenprüfungen ins Haus. Nach erfolgreich gemeisterter Berufsfachschule zur Sozialassistentin in Schneeberg biegt sie nun im dritten Lehrjahr gerade auf die Zielgerade ein. Zum anderen nimmt jetzt auch ihr musikalisches Hobby richtig Fahrt auf. Denn die 21-Jährige wird derzeit in den sozialen Netzwerken reichlich geklickt.

Fast 200.000-mal wurde der Clip ihres Songs aufgerufen, Tausende Male geteilt. Seit wenigen Tagen ist ihre erste Single auf dem Markt. In diesem Song "Kind, Mutter, Mensch" offenbart die Erzgebirgerin ihr großes Herz. Sie beschreibt, was sie fühlt, was sie denkt, wenn sie den ihr anvertrauten älteren Menschen hilft. Sie verleiht ihnen damit eine Stimme, greift deren Gedanken und Gefühle auf. "Hinter meinen Augen bin ich noch 18, bin Kind, bin Mutter, bin Mensch", heißt es in dem gefühlvollen Song, den sie - sich auf der Gitarre begleitend - singt. Sie will damit wach rütteln. Will sagen, dass die Menschen auch im hohen Alter nicht nur gut versorgt sein müssen, sondern wegen ihre Geschichte und Lebenserfahrungen wertvoll, einzigartig sind. Sie verarbeitet Schuldgefühle derer, die durch beruflichen Druck keine oder wenig Zeit haben, sich um ihre betagten Eltern zu kümmern.

Die Musik ist schon immer ein wesentlicher Teil ihres Lebens, erzählt Ela, die eigentlich Elisabeth heißt. "Ich habe früher im Kirchenchor gesungen und mit elf Jahren angefangen, Gitarre zu spielen", erzählt sie. "Wir haben ihr Musikunterricht ermöglicht, sie hat zunächst Keyboard gelernt", ergänzt Vater Rolf Schwarz, der gemeinsam mit seiner Frau Christine mächtig stolz auf die Tochter ist. "Sie war schon immer sehr sozial in ihrem Denken und Handeln. Sie kämpft für die Schwachen, hat sich um Flüchtlinge gekümmert und vieles mehr", sagt der 62-Jährige. Und was passiert, wenn er Elas Song hört? "Es friert mich jedes Mal", gesteht er.

Schon seit längerem formuliert Ela eigene Texte. "Ich schreibe darüber, was mich bewegt, was ich denke und fühle", sagt sie. "Für mich sind die älteren Menschen, mit denen ich täglich zu tun habe, total spannende Geschichtenspender", sagt die junge Frau, die bei einem ambulanten Pflegedienst in Leipzig praktisch tätig ist. Es ist ihr Traumberuf, den wollte sie - und egal, was jetzt auf musikalischer Strecke weiter passiert, sie ist fasziniert von der Altenpflege. "Ich werde auch später mal für meine Eltern da sein", ist sie sich sicher.

Einen Partner für ihre musikalischen Vorhaben hat Ela Schwarz in Toni Kraus gefunden. Der junge Musiker aus dem Erzgebirge, der 2015 sein Label "Flying Spruce Records" (früher Flugficht, heute Fliegende Fichte) gründete, nimmt Ela gern unter seine Fittiche. "Sie ist wirklich ein Klasse-Typ, und sie hat eine interessante Stimme", sagt Kraus, der vor wenigen Tagen seinen 20. Geburtstag gefeiert hat. "Als ich den Song gehört habe, hat er mich sofort absolut berührt. Und ich dachte, ich muss und will ihr irgendwie helfen."

Gemeinsam waren sie im Studio, haben den Song aufgenommen. Auch die anderen Texte und Songideen, die Ela Schwarz bereits für sich notiert hat, kennt Toni Kraus mittlerweile. "Wir verstehen uns als Team wunderbar. Sie ist mit dem, was sie macht, absolut authentisch." Er will ihr helfen, ihren Weg zu finden. Unterbreitet Vorschläge für Arrangements und will ihr Starthilfe bei der Vermarktung geben. "Wenn ich das tue, muss mich die Musik persönlich berühren. Und das hat mich persönlich gekickt."

Das große Herz der zierlichen jungen Dame zeigt sich aber auch darin, dass sie im vergangenen Jahr spontan eine Hilfsaktion für Obdachlose gestartet hat. Wie sie erst dieser Tage wieder ins Netz gestellt hat, will sie so etwas auch 2017 wieder in Angriff nehmen. Das ganze soll im Raum Leipzig stattfinden. Sie will dazu aufrufen, Kekse oder Brote zu backen, Decken, Kissen oder Klamotten zu verschenken.

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