Schwestern erleichtern Alltag mit pflegebedürftigem Mann

Das Team der neu eröffneten Sozialstation in Lößnitz steht auch einem Ehepaar zur Seite, das vom Schicksal schwer getroffen wurde. Die Hilfe ermöglicht das Zusammenleben.

Lößnitz.

Ein Dreivierteljahr hat Monika Reich nach einer passenden Wohnung gesucht. Und kam sich teils vor, wie bei einem Spießrutenlauf. "Es war furchtbar", erinnert sie sich - doch sie hat es geschafft: In Lößnitz fand sie ein neues Zuhause für sich und ihren Mann, der schwer krank ist. Ein Schicksalsschlag hat das Leben der beiden von einer Sekunde auf die andere verändert.

"Mein Mann Steffen erlitt einen Schlaganfall", erinnert sich Monika Reich an den verhängnisvollen Tag. Dass die beiden ihren Alltag inzwischen recht gut meistern, liegt an der Unterstützung durch rührige Schwestern der Sozialstation Lößnitz-Zwönitz, die das Diakonische Werk Aue-Schwarzenberg jetzt in der Muhme eröffnet hat. Dabei handelt es sich eher um eine Expansion, wie Diakonie-Sprecherin Katharina Neukirchner sagt. Aus dem Stützpunkt am Marktplatz 4 in Lößnitz, der zum Bereich Aue-Land gehörte, wurde nun eine eigene Sozialstation. Zu den Senioren und Pflegebedürftigen, um die sich 18 Mitarbeiter kümmern, gehört Steffen Reich. "Viermal am Tag erhalten wir Hilfe beim Waschen, Anziehen, bei medizinischen und allen möglichen Dingen, die ich allein nicht schaffe", sagt Monika Reich. Die Pflege ihres Mannes - die rechte Körperhälfte ist gelähmt, er sitzt im Rollstuhl - wäre für sie allein nicht machbar.


Dass sie ihn aus dem Heim nach Hause holen würde, war ihr von Beginn an klar. Es hieße doch, wie in guten so in schlechten Zeiten, sagt sie und schaut zu ihrem Mann hinüber, der lächelt und vor sich hin murmelt. Reden kann er wieder - langsam zwar, aber immerhin. Und bei Fragen braucht er Zeit zum Überlegen. Anfangs war an einen solchen Zustand nicht zu denken. Erst mit dem Einzug in die Lößnitzer Wohnung habe er allmählich Fortschritte gemacht.

Vor knapp zehn Jahren hatte Steffen Reich erst einen leichten und danach noch zwei schwere Schlaganfälle erlitten. Er kam ins Krankenhaus und ins Heim, wo er eher ein teilnahmsloses Dasein fristete, wie seine Frau erzählt. "Er machte nichts mit, sprach nicht, war kraftlos." Sie holte ihn nach Hause. Die Zweizimmer-Wohnung im Lößnitzer Neubaugebiet hat 70 Quadratmeter, eine ebenerdige Dusche und auch sonst keine Barrieren. So kann Steffen Reich mit dem Rollstuhl allein jedes Zimmer erreichen und sogar den Frühstückstisch mit abräumen. "Bereits als anfangs noch einiges umgebaut wurde, haben uns die Schwestern unterstützt", so Monika Reich, die für die Hilfe - sowohl praktischer als auch mentaler Natur - dankbar ist. Ohne diese könnten die beiden nicht zusammen leben. Nur Wellensittich Bubi schimpft, wenn ein neues Gesicht zur Tür hereinkommt. Aber das gehört dazu. Inzwischen ist Steffen Reich Ende 60 und fährt mit dem elektrischen Rollstuhl sogar ins nahe Pflegeheim, wo er selbst einst lag. Nun besucht er andere Bewohner. Dann hat seine Frau auch mal ein wenig Zeit für sich.

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