Seit 20 Jahren fühlen sich hier junge Zschorlauer willkommen

Einige Generationen von Heranwachsenden hat der Treff schon gesehen. Am Freitag schauten mehrere alte Bekannte vorbei.

Zschorlau.

Man könnte meinen, die Fritteuse im Zschorlauer EC-Jugendkeller läuft an manchen Tagen heiß. Denn die Pommes sind bei den jungen Besuchern richtig angesagt. Das bestätigte am gestrigen Freitag Mia Fink, die zum Stammpublikum gehört. Aber nicht nur wegen der Pommes kommen die Jugendlichen zu dem Treff, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Was sonst noch so alles los ist, beschrieb Beate Förster, die die Jugendeinrichtung leitet, bei einer Feierstunde aus diesem Anlass.

Für die meisten ist der Jugendkeller die Möglichkeit, Gleichaltrige zu treffen. Oder nach der Schule abzuschalten, wie es ein Mädchen sagt. Für einige gibt es in den Mitarbeitern aber auch jemanden, der zuhört, der Verständnis hat. Nicht alle Kinder und Jugendliche finden das im elterlichen Zuhause. Zurzeit sind es fast nur Mädchen, die die Adresse bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Zschorlau ansteuern. Zu anderen Zeiten waren es nur reine Jungsgruppen. "Man muss aus jeder Situation das Beste machen", sagt Beate Förster. Sie kennt auch die Unterschiede der Besucher, "vom Förderschüler bis zum Studenten, vom Grundschüler bis zum über 20-Jährigen". Die 52-Jährige legt Wert darauf, dass man sich gegenseitig unterstützt. "Die Älteren lernen hier auch einiges im Umgang mit Jüngeren."


Zwischen sechs und sieben Jugendliche sind täglich im Jugendkeller zu Gast. Es gibt gemeinsame Spiele, es wird gemeinsam gegessen, es werden kreative Beschäftigungen angeboten. In den Sommer- und Winterferien wird die Ferieninsel angeboten, dann stehen auch Exkursionen zu weiter entfernten Zielen an.

Beate Förster lobte die gute Zusammenarbeit mit den Schulen des Ortes und mit der Landeskirchlichen Gemeinde. Marion Merdon von der Oberschule Zschorlau erzählte beispielsweise davon, dass sie mit der Veranstaltung Lese-Scout gern im Jugendkeller zu Gast sei. "Hier öffnen sich die Schüler anders als in der Schule."

René Förster vom Vorstand der Landeskirchlichen Gemeinde blickte zurück auf die Anfänge. Es gab einen etwas holprigen Start, weil Förderanträge für den Bau einer Jugendeinrichtung dreimal nacheinander abgelehnt wurden. Umso mehr freuen sich alle in Zschorlau, dass der Jugendkeller über 20 Jahre Bestand hatte. Auch Bürgermeister Wolfgang Leonhardt (CDU). Das will man unterstützen. Der Gemeinderat hat erst am Montag einen Beschluss gefasst, wonach 6500 Euro zur Verfügung gestellt werden, damit eine Mitarbeiterin mehr Stunden für die Betreuung zur Verfügung steht. Damit ist es auch möglich, die Öffnungszeiten zu erweitern. Aktuell sind neben Beate Förster Angela Schubert (ehrenamtlich), Kathrin Willkommen und Franziska Stephan Betreuer im Jugendkeller.

Nach der Feierstunde am Nachmittag gab es gestern am Abend noch einmal eine große Party, bei der vor allem viele vorbeischauten, die im Laufe der Zeit zu den Besuchern des Jugendkellers gehörten. "Ich freue mich, wenn ich sehen kann, dass sie ihren Weg gefunden haben", sagte Beate Förster. "Manch einer schaut ab und zu als Gast vorbei und stellt dann auch schon mal seinen eigenen Nachwuchs vor."

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