Sie deckt Bedürftigen den Tisch

Stollenaktion: Die "Freie Presse" überrascht in Zusammenarbeit mit regionalen Bäckereien im Advent Menschen, die sich für andere stark machen. Heute: Silvia Rudolf, die Leiterin der Auer Tafel.

Aue-Bad Schlema.

Schon gegen 8 Uhr stehen an Donnerstagen die Ersten vor der Auer Tafel. Sie haben große Taschen dabei. In Corona-Zeiten tragen sie Masken und halten Abstand. Die meisten Kunden kennen sich, kommen regelmäßig her. Die Türen zum Ausgaberaum, der nicht allzu viel Platz bietet, öffnen sich erst 11.30 Uhr. "Wer sich 8 Uhr anstellt, den braucht man nicht zu fragen, ob er berechtigt ist, unser Angebot zu nutzen", sagt Silvia Rudolf, die seit 1999 die Auer Tafel leitet. Rudolf, die aus dem Zwickauer Land stammt, tut dies mit viel Herzblut und Leidenschaft. Das ist Juliane Kral aufgefallen, die ab und an für die Tafel spendet. Also meldete sich die Schneebergerin bei "Freie Presse", schlug Silvia Rudolf für die Dankestollen-Aktion vor und überreichte ihr dieser Tage einen Stollen der Bäckerei Ullmann aus Bernsbach.

"Wir dürfen in dieser Zeit nicht vergessen, dass es Menschen gibt, die sich so sehr für andere engagieren", sagt Juliane Kral. Genau dafür steht ihrer Meinung nach die Leiterin der Auer Tafel. Etwa 80 Bedarfsgemeinschaften zählt die Tafel - ziemlich konstant seit vielen Jahren. Anfang des Monats kommen weniger, am Ende des Monats fast alle. "Das hat etwas damit zu tun, dass dann das Geld alle ist", berichtet Rudolf. Ungebrochen sei die Unterstützung durch Supermärkte und Bäckereien. "Darauf können wir uns wirklich verlassen." Allerdings weiß Rudolf auch, dass das Angebot von Woche zu Woche schwankt. Habe sie beispielsweise nur eine Kiste mit Quark und Joghurt erhalten, werden Familien mit Kindern bevorzugt bedacht. Für ganz schwierige Zeiten, in denen beispielsweise Wurst fehlt, haben Silvia Rudolf und ihre Stellvertreterin Kathrin Barth stets ein paar Konserven in der Hinterhand.

Am Dienstag, als die Tafel vor Weihnachten letztmalig geöffnet war, gab es ein paar besondere Dinge für die Kunden. "Sie sind sehr dankbar. Das zeigt man uns auch, indem man uns mal eine kleine Überraschung mitbringt", berichten Rudolf und Barth. Streit gebe es an der Auer Tafel bei der Ausgabe nicht. "Hier ist alles ganz friedlich." Die ersten Kunden packen auch immer mit an, wenn die Lieferung kommt. "Das würden wir sonst gar nicht schaffen", so Rudolf. Generell ist das Angebot der Tafel kostenfrei. Allerdings steht eine Spendendose an der Ausgabetheke, und jeder Cent werde dringend gebraucht. Schließlich hat die Tafel einige Nebenkosten.

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