Sie haben kein
gültiges Abo.
Schließen

So denken Menschen im Erzgebirge über den Internationalen Frauentag

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Besondere Ehre gebührt diesen Montag wieder dem vermeintlich schwachen Geschlecht. Wie präsent ist der 8. März in den Köpfen der Leute? Sein Ursprung liegt immerhin gut 100 Jahre zurück.

Aue/Schwarzenberg.

Altbacken oder noch zeitgemäß: Darüber gehen die Meinungen beim Frauentag auseinander. Er hat sozialistische Wurzeln in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, wurde in der DDR gebührend gefeiert. Im Ursprung warb er für Gleichberechtigung, Wahlrecht und Emanzipation der Arbeiterinnen. Braucht es das noch?


Lothar Elsner (83) aus Aue: "Meine Frau bekommt jedes Jahr ein kleines Präsent." Vor dem Wochenende habe er sich darum gekümmert. "Der Tag hatte in der DDR ja große Tradition. Und deshalb habe ich es weitergemacht bis heute." Er empfinde das als schöne Sache - und berechtigt. "Die Frauen halten mit uns Männern längst Schritt." Sein Herzblatt freue sich immer sehr über die Aufmerksamkeit. "Mir ist das wichtig, auch wenn die Bedeutung dieses Tags leider immer mehr verloren geht."


Gudrun Edelmann (59) aus Markersbach: "Das Datum habe ich automatisch im Kopf und verbinde viele schöne Erinnerungen damit." Etwa an Frauentags-Feiern mit der Betriebsbelegschaft vom Formenbau im Gasthaus Neuwelt. "Ich habe auch heute noch einen Chef, der daran denkt. Immer steht ein kleines Präsent am Platz." Das sei eine schöne Geste, die Wertschätzung vermittelt. "So eine Ehrung zwischendurch fühlt sich toll an." Den Muttertag empfinde sie als neumodisch. "Und auch nicht jede Frau kann oder will Mutter werden. Wo bleibt für sie die Anerkennung?" Gleichgestellt fühle sie sich längst. "Heutzutage hat es normalerweise jede Frau selbst in der Hand, wohin es gehen soll - etwa bei der Karriere." Wobei es in diesem Punkt mit Blick auf andere Länder durchaus Unterschiede gebe. "Manche sind noch hinterher."


Lucas Tetz (21) aus Leipzig: "Na klar kann ich mit dem Frauentag was anfangen. Meine Mutti bekommt Blümchen. Und meine Chefin vielleicht auch", so der junge Mann, der derzeit in Schwarzenberg arbeitet. In Deutschland sei die Gleichstellung auf einem sehr guten Weg. "Aber in anderen Ländern und Kulturen wie Türkei, Syrien und Afghanistan zum Beispiel zählen Frauen in der Gesellschaft leider fast nichts. Es besteht Nachholbedarf." Da sei es undenkbar, dass eine Frau bei der Armee das Offiziersamt innehat. "Ich dagegen habe eine Bekannte, die bei der Bundeswehr ihren eigenen Trupp führt. Richtig klasse."


Nadine Georgi (37) aus Aue: "Für mich ist der Frauentag gar nicht relevant, noch nie gewesen." Benachteiligt fühle sie sich nicht, da Frauen genau wie die Männer letztlich selbst entscheiden, welchen Lebensweg sie einschlagen. "Ich finde es viel bedauerlicher, dass man sich heutzutage rechtfertigen muss, wenn man auf die alte Rollenverteilung setzt: Wo der Mann auf Arbeit geht und die Frau sich um Kinder und Haushalt kümmert."