So schön ist das neue Freibad in Affalter

1,5 Millionen Euro hat die Stadt Lößnitz in die Anlage investiert - aus eigener Tasche. Sogar Hightech steckt jetzt drin.

Affalter.

Das Freibad im Lößnitzer Ortsteil Affalter gilt seit langem als Geheimtipp, als das Klein-Mallorca der Muhme. Wenn es am 27. Mai nach einem Jahr Umbauzeit wiedereröffnet wird, könnte es noch einen weiteren Beinamen bekommen: die Blaue Lagune. So strahlend blau war das Wasser hier noch nie.

Zaungäste können sich davon seit einigen Tagen überzeugen, denn die Becken sind schon gefüllt. Das hat übrigens technische Gründe. "Wir testen die Dichtigkeit, den Überlauf und die Wasserzufuhr", sagt Bauamtseiter Frank Rother. "Zuletzt kommt das Hygieneamt und nimmt eine Wasserprobe."

Die himmelblaue Färbung rührt von einer Folie her, mit der die Becken ausgekleidet sind. Verblüffendes gibt es über die neuen Beckenwände zu berichten: Sie bestehen aus Styropor. "Es handelt sich aber um eine extraharte Variante des Kunststoffs", erläutert Planerin Heike Schulze. "Die Wände sind aus großen Bauelementen zusammengesetzt, die außerdem mit Beton vergossen wurden. Beulen hineindrücken kann man da also nicht."

Das moderne Material isoliert gegen Auskühlung. Das Wasser selbst wird über Solarabsorber auf dem Dach des Funktionsgebäudes erhitzt. Die Anlage sieht wie eine riesige Gummimatte aus. Wasser fließt durch Schläuche und erwärmt sich je nach Sonneneinstrahlung. Gegenüber der Normaltemperatur sind bis zu vier Grad Celsius mehr drin. "Am Eröffnungstag wollen wir 22 Grad erreichen", sagt Frank Rother.

Als die größte Errungenschaft im sanierten Freibad bezeichnet Planerin Schulze den weitgehend geschlossenen Wasserkreislauf. Gefüllt wurden die Becken zunächst aus einem Brunnen. Was in den Überlauf gelangt, versickert nicht, sondern wird durch Filter gepumpt, nach Bedarf mit Chlor versetzt und gelangt über Bodendüsen zurück in die Becken. Das spart Wasser: Mussten im Verlauf einer Saison früher rund 2000 Kubikmeter nachgefüllt werden, rechnet die Stadt jetzt nur noch mit 300 Kubikmetern, die durch Verdunstung verloren gehen oder von Badegästen aus den Becken verschleppt werden.

Außerdem verfügt das sanierte Freibad über neue Umkleide- und Sanitäranlagen, einen Kiosk mit Terrasse, und es ist behindertengerecht. 1,5 Millionen Euro hat sich die Stadt Lößnitz das alles kosten lassen. "Wir wollen eine attraktive Kommune für Jung und Alt sein, da gehören solche freiwilligen Leistungen wie ein Bad oder auch unser Skilift dazu", sagt Bürgermeister Alexander Troll (CDU). "Leisten konnten wir uns das, weil Lößnitz in den Jahren davor verantwortungsvoll mit seinem Geld umgegangen ist."

Bademeister Mike Habekus, der mit seinem Kollegen Torsten Seefeldt seit 15 Jahren hier ist, hat sich in das neue Bad verliebt: "Als wir anfingen, war das schon ein Uralt-Bad. Wir dachten, es geht höchstens noch zwei, drei Jahre. Dann haben wir es mehr als ein Jahrzehnt über Wasser gehalten. Und jetzt? Wahnsinn!"

Diese Eintrittspreise hat der Lößnitzer Stadtrat am Mittwochabend beschlossen: Tageskarte 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro; Abendkarte (ab 17 Uhr) 1,50 Euro, ermäßigt 50 Cent; Familienkarte 7 Euro; Jahreskarte 50 Euro, ermäßigt 30 Euro; Sonnenschirm 2 Euro pro Tag; Duschmarke (für Warmwasser) 1 Euro.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...