Sorgen von Maulwurf-Schild bis Hundekot

Bürgervertreter von Bad Schlema haben diese Woche über Ordnung und Sauberkeit im Kurort gesprochen. Dabei ging es auch um Gärten voller Steine und unbelehrbare Radfahrer.

Bad Schlema.

Zu viel Begeisterung. Für den Maulwurf, der als Wegweiser auf den Bodenlehrpfad in Bad Schlema aufmerksam gemacht hat, war das fatal. Die quadratischen Schilder mit dem Bild des possierlichen Vierbeiners wurden nach und nach abgerissen. "Jetzt findet man den Lehrpfad nur noch, wenn man eine Karte hat", sagte Oliver Titzmann während der Sitzung des Bad Schlemaer Ortschaftsrates am Dienstagabend. Titzmann ist dessen Vorsitzender. Das letzte Schildchen habe er nun selbst entfernt, sich aber zugleich um Ersatz bemüht. Die Stadt Aue-Bad Schlema stelle Geld zur Verfügung, um stabilere Wegweiser aus Aluminium zu besorgen. Titzmann will diese dann mit Spezialschrauben festmachen und den Weg regelmäßig kontrollieren. Der werde vor allem von Schulklassen gern genutzt.

Die gestohlenen Maulwurf-Schilder waren Thema einer Aussprache zu Problemen mit Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit im Kurort. Die fünf anwesenden Ortschaftsratsmitglieder sprachen eine Vielzahl von Dingen an. Es ging zum Beispiel um Schottergärten vor allem an der Markus-Semmler-Straße. In Vorgärten gebe es da statt Rasen häufig nur Steine. "Wir haben die Halde rausgeschafft, andere schaffen sie wieder rein", kommentierte Rolf Niemann (Die Linke). Allerdings seien einige inzwischen schön bepflanzt. Man dürfe den Bürgern auch nicht jede Freiheit beschneiden. Bernd Richter (Freie Wähler) ergänzte, dass die Grundstücke dort sehr steil abfallen. "Da sind eine Begrünung und das Rasenmähen fast unmöglich oder sehr teuer." Wo es geht, wollen die Ortschaftsräte das Gespräch mit den Eigentümern suchen. Und die Bürgervertreter hoffen, dass die Semmler-Straße in Sachen Schottergärten eine Ausnahme bleibt.

Einig waren sich die Räte darin, dass es im Kurpark, der Kurzone und auf dem Boulevard zwischen Haus Bautzen und Musikbrunnen beim Radfahrverbot bleibt. Das werde allerdings oft nicht eingehalten, so Titzmann. "Und es sind nicht Kinder oder Jugendliche, die dort radeln, sondern oft Menschen der Generation 50-plus." Wenn man diese Leute anspreche, seien die Reaktionen vielfältig, von verständnisvoll bis aggressiv. Bernd Richter fragte aber auch, ob es überhaupt Verbotsschilder gebe. Am Kurpark fehlen die, so Titzmann. Lediglich auf den Tafeln mit der Parkordnung sei davon zu lesen. Rolf Niemann regte an, eine Beschilderung wie "Radfahren verboten" mit dem Hinweis auf das Thema Kur zu verbinden. "Dann macht es sicher bei einigen Menschen klick." Die Räte betonten auch, dass es einen richtigen Radweg durch den Kurort geben müsse.

Oliver Titzmann bemängelte zudem den schlechten Zustand von Minigolfanlage und Kneipp-Becken. Es sei nie geklärt worden, wer dafür zuständig ist. Bernd Richter regte an, das Betreiben des Minigolfplatzes mit einem Imbiss zu kombinieren. Der Imbiss-Wirt könne dann Golfschläger und Bälle verleihen. Wolfgang Krones (CDU) bat um eine Hundetoilette im Bereich Edelhofweg und sanierte Halde. Dort seien oft Hundebesitzer mit ihren Tieren unterwegs. "Da liegt viel Kot auf den Wegen." Den Hinweis von Titzmann, dass Hundebesitzer immer eine Tüte für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere mitführen müssen, konterte Lutz Hörnig (Wir sind Aue-Bad Schlema), selbst Hundehalter, mit der hohen Hundesteuer, die man zahlen müsse. Er kritisierte zudem, dass es seit einem Jahr keinen Briefkasten in Niederschlema gebe. Der immerhin soll kommen - am Alten Rathaus. "Das hat die Post zugesagt", wusste Titzmann.

Er will auch die Anregung aufgreifen, dass am Bahnhof von Bad Schlema ein Schild mit der Nummer der Taxizentrale Aue angebracht wird. "Denn es ist schwierig, von dort wegzukommen", so Bernd Richter. Für ältere Menschen sei der Weg ins Kurzentrum eigentlich gar nicht zu schaffen. Ein Hinweis kam auch direkt aus der Bürgerschaft: Ein Spazierweg in Niederschlema zum Floßgraben sei schon eine ganze Weile nicht mehr begehbar. Nach einer Waldrodung liege er voller Äste und sei total zugewachsen. Oliver Titzmann will sich nun erkundigen, wer dafür zuständig ist.

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