Sosaer wollen kein Straßenpflaster

Die Stadt möchte, dass Autos am Dürrerberg langsamer fahren. Viele Anwohner fürchten aber einen Anstieg des Lärms.

Sosa.

Mit einer Unterschriftensammlung und einer Eingabe an die Stadtverwaltung Eibenstock haben sich Einwohner des Ortsteils Sosa gegen den neuen Straßenbelag ausgesprochen, den die Kommune für den Dürrerberg plant. Die rissige Asphaltdecke soll durch eine Kombination aus Asphalt und Pflastersteinen ersetzt werden, die jeweils halbseitig eingebaut werden. Die Planer erhoffen sich dadurch eine Verkehrsberuhigung auf dem schmalen Dürrerberg. Die Anwohner aber glauben, dass der Lärmpegel steigt.

"Zur Verkehrsberuhigung kann man eine Kreuzung pflastern, aber doch keine Straße", sagt etwa Jan Vogel. Eine der Pflasterstrecken wird in wenigen Wochen direkt neben seinem Schlafzimmer verlaufen. Die Anwohner können sich Blumenkübel oder Schweller vorstellen, um Autofahrer dazu zu bringen, langsam zu fahren. Pflaster lehnen sie ab: "90 Prozent der Leute sind dagegen", sagt Grit Hummel, die den Protest organisiert. Bislang haben 120 Bürger unterschrieben, auch viele, die nicht am Dürrerberg wohnen. "Durch die Abrollgeräusche der Reifen auf dem Pflaster würde der für Wohngebiete zulässige Lärm überschritten", glaubt Grit Hummel.

Bürgermeister Uwe Staab (CDU) nennt das "eine Behauptung, die in den Raum gestellt wird." Staab zeigte sich von den Protesten überrascht. Er erlebe es zum ersten Mal, dass Bürger, deren Straße saniert wird, sich gegen die neue Gestaltung aussprechen. "Wir haben im Bauausschuss lange diskutiert, um eine gute Lösung zu finden", sagt er. "Planer und Stadträte sind überzeugt, dass diese Gestaltung optisch ansprechend ist, zu einer Verkehrsberuhigung und damit zu mehr Sicherheit führt." Was den Geräuschpegel angeht, macht er keine Prognose.

Ein Zurück gibt es laut Staab nicht mehr. Die Arbeiten laufen bereits, Fördermittel sind bewilligt. Theoretisch würde die Stadt sparen, wenn sie das Pflaster weglässt und die Fahrbahn nur asphaltiert. Tatsächlich aber bedeute eine Planänderung hohen bürokratischen Aufwand, sagt Staab: "Wir müssten neu planen, die Fördermittel neu beantragen und warten, ob sie uns noch einmal genehmigt werden. In dieser Zeit würde Baustopp herrschen, was zu juristischen Auseinandersetzungen mit der Baufirma führen dürfte."

Die Fronten scheinen verhärtet. "Zur Wiedereröffnung sollte es ein Straßenfest geben. Das können sie alleine machen", sagt Sigrid Springer. Johannes Hecker: "Ich habe dem Bürgermeister gesagt, wir werden kämpfen, bis das Pflaster wieder entfernt wird. Ich glaube, das hat er als Drohung aufgefasst. Das war es aber nicht. Es war ein Versprechen."

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