Spaßiges Spektakel im Sonnenschein

Es ist ein ziemlich verrückter Wettstreit - vor allem aber ist es ein Riesengaudi für Aktive und Zuschauer. In Schönheide sind am Sonnabend die "11-lympischen Spiele 2019" ausgetragen worden.

Schönheide.

Es ist Samstagvormittag auf dem ehemaligen Jahn-Sportplatz in Schönheide: Begleitet von monumentaler Musik und eingehüllt in farbigen Rauch aus Nebelkerzen erobern die Kämpfer der "11-lympischen Spiele 2019" in eindrucksvoller Manier die Arena. Traditionell ist dieser besondere Auftritt den drei besten Mannschaften des vergangenen Jahres vorbehalten. Und einmal mehr inszenieren sich diese mit kurzen Show-Einlagen selbst, die irgendwo zwischen Ironie und dem Einzug von Gladiatoren angesiedelt sind. Ob nun gestützt auf Rollatoren oder gerettet aus einem Kinder-Pool.

Insgesamt 15 Dreier-Teams sind diesmal gemeldet. Rund 300 Zuschauer verfolgen das achtstündige Spektakel. An elf Stationen wird erbittert um den Titel gekämpft. So gilt es beispielsweise, einen Plattenweg zu legen, über den ein Mannschaftskollege mit verbundenen Augen eingewiesen werden muss. Auch rechnen auf Zeit, laufen mit Wasserschüssel und Bierfass-Zielwurf zählen zu den anspruchsvollen Disziplinen, die zu meistern sind. Offensichtlich spielt das Lieblingsgetränk der Kämpfer eine gewisse Rolle: Neben dem obligatorischen Trinken auf Zeit und diversen Balance-Übungen bereitet die "Marionetten-Theke" allen große Freude. Dabei sind Bierflasche und Glas jeweils mit Stricken an Holzstäben befestigt, mittels derer zunächst eingeschenkt und danach der Durst gestillt werden muss.


Letzteres tut durchaus not, bietet der sonnenüberflutete Sportplatz doch kaum Schatten. 14 der Mannschaften, die sogar aus Kassel und Jena angereist sind, halten durch und erreichen am Abend das Finale. Den Sieg sichert sich am Ende das Team "Freinripp", und damit jubeln genau jene Lokalmatadoren, die sich eingangs noch mit Rollatoren aufs Feld geschleppt hatten.

"Geboren wurde die Idee dieses Wettstreits vor acht Jahren beim 11-Uhr-Sonntagsbier," blickt Mitbegründer Bob König-Burkhardt zurück. "Der erste Versuch fand mit 27 Teilnehmern und ohne Besucher statt." Inzwischen kümmert sich ein 40-köpfiges Team um die Vorbereitung, die Gästeversorgung und den Spielbetrieb. Allein acht Schiedsrichter sind diesmal im Einsatz. Seit April dieses Jahres gibt es den "11er Fanclub Erzgebirge" als eingetragenen Verein. Auffallend viele Kinder verfolgen das Geschehen. Etliche Mitglieder des Fanclubs sind mittlerweile selbst Eltern. Und so denken sie über künftige "Mini-Spiele" für den Nachwuchs bereits nach.

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