Spot an! Schneeberg wird zur Filmkulisse für ZDF-Krimi

Auf dem Gelände der Bergsicherung dreht ein Team seit dieser Woche für den Streifen "Tödlicher Akkord". Zu den Details ist noch wenig bekannt. Außer eins: Ein Orchester spielt eine wichtige Rolle.

Schneeberg.

Ob Schneeberg ein Goldenes Buch hat? Das kann Stadtsprecher Stefan Unger gar nicht auf Anhieb sagen. Wäre es eine Überlegung wert, das Team des Zweiten Deutschen Fernsehens zum Eintrag in dieses Buch prominenter Gäste einzuladen? "Aber das wäre ganz schön viel Aufwand. Das sind über 50 Leute", sagt Stefan Unger.

Seit Montag dreht das ZDF mit Technikern, Schauspielern, Maskenbildnern und Kameraleuten in der Bergstadt. Die Stadtverwaltung sei natürlich mit den Leuten im Kontakt, sagt Unger, zum Beispiel wenn es darum geht, Straßensperrungen zu genehmigen.


Das Team hat sich auf dem Gelände der Bergsicherung Schneeberg eingerichtet - und das Areal in Szene gesetzt. So strahlen drei hohe Scheinwerfer von hinten in ein Gebäude der Bergsicherung. Auf dem Parkplatz steht ein kleiner Laster mit Hamburger Kennzeichen. Biertische und Bänke sind auf dem Gelände aufgestellt. Anwohner, die von oben auf das Gelände am Weißen Hirsch blicken, schreiben der "Freien Presse" per E-Mail, das Team habe einen eigenen Verpflegungswagen mitgebracht.

Überhaupt scheint das Interesse am Dreh groß zu sein. Immer wieder gibt es Hinweise von Lesern, die dieses oder jenes beobachtet haben. Aufnahmeleiter Michael Brothuhn bestätigt, dass derzeit der zweite Erzgebirgskrimi für das ZDF gedreht wird. Er verweist aber auf einen offiziellen Termin, den es im Verlauf der Arbeiten in den kommenden Tagen geben soll. Laut dem Filmbranchenportal Crew United soll der Film "Tödlicher Akkord" heißen. Nicht von ungefähr sind deshalb auch Musiker des Landesbergmusikkorps Sachsen bei den Dreharbeiten eingebunden.

Um die 30 Habitträger waren es laut Jens Bretschneider, Chefdirigent des Musikkorps. "Wir waren nicht die klassischen Komparsen, weil die Handlung ja im Orchester spielt." Nach den Dreharbeiten in dieser Woche seien weitere Ende Juli angesetzt. Das Schneeberger Orchester hat bereits einschlägige Erfahrungen, was Fernsehaufnahmen betrifft. Das Mitwirken an einem Krimi sei aber "absolutes Neuland". "Es ist interessant zu sehen, wie so ein Film entsteht und wie viel Arbeit dahinter steckt", sagt der Chefdirigent. Zehn bis zwölf Stunden pro Drehtag konzentriert und nacheinander weg arbeiten - "da merkt man schon am Abend, dass man knülle ist. Aber wir haben es alle als spannend empfunden, und es ist für uns eine Ehre, mitwirken zu dürfen."

Große Hektik ist bei den Dreharbeiten in dieser Woche nicht zu beobachten gewesen. Es wird geprobt, wiederholt. Man brauche scheinbar Geduld, beschreiben Anwohner. Sie erzählen von einer Szene, bei der wohl ein Hauptdarsteller eine Person an einem Auto abfängt. Ein Lada-Jeep sei aufgetaucht. Das ZDF verrät momentan noch nicht viel über die Arbeiten. Man verweist darauf, dass mit dem Erzgebirgskrimi eventuell eine Serie entstehen könnte - falls das Format ankommt.

Der erste, noch nicht ausgestrahlte Teil ist im vergangenen Jahr in Schwarzenberg aufgenommen worden. Er wird unter dem Titel "Der Tote im Stollen" geführt. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Krimi wohl noch dieses Jahr ausgestrahlt werden. Darin klären Schauspieler Stephan Luca ("Keinohrhasen") als Hauptkommissar Adam und Lara Mandoki ("Soko München") als Assistentin Karina den Tod eines Bergbau-Professors auf. Mit Teresa Weißbach spielt eine gebürtige Zwickauerin, die in Stollberg aufgewachsen ist, eine Gastrolle. Sie soll auch im zweiten Teil zu sehen sein.

Für den neuen Erzgebirgekrimi dreht das ZDF übrigens nicht nur direkt in Schneeberg. Auch in Wildenfels sollen Aufnahmen gemacht werden. Ein Bauerngut samt angrenzender Schaf- und Rinderweide werde "quasi als Requisit zum Krimi benutzt", schrieben die Eigentümer des Gutes an "Freie Presse".

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