Stadt beugt sich Urteil im Vergabestreit um Stromnetz

Stadtwerke Schneeberg wollen erneut ins Rennen um Auftrag gehen

Stollberg/Schneeberg.

Die Gerichtsprozesse um das Vergabeverfahren für die Nutzung des Stollberger Gas- und Stromnetzes sind beendet. Die Berufung der Verwaltung, die Anfang Oktober verhandelt werden sollte, hat die Stadt nun zurückgezogen. Das hat die Beigeordnete Katharina Mann jetzt bestätigt. Im Wettbewerb um das Netz waren die Stadtwerke Schneeberg als Sieger hervorgegangen.

Danach hatten die zwei unterlegenen Bieter gegen die Entscheidung der Stadt geklagt - Eins Energie und die Verbundwerke Südwestsachsen (VWS). Der Stadt wurde unter anderem mangelnde Transparenz vorgeworfen. Akten seien nicht vollständig einsehbar gewesen. Und die Bieter konnten laut dem Gericht am Ende nicht mehr nachvollziehen, warum sie gewonnen oder verloren hatten.

In beiden Verhandlungen musste die Stadt Stollberg Niederlagen hinnehmen, legte jedoch jeweils Berufung ein. Später hat sich die VWS auch in zweiter Instanz gegen die Stadt durchgesetzt. Danach entschied die Verwaltung, die Berufung im Verfahren mit der Eins Energie fallenzulassen.

Im Bieterverfahren ging es um die Nutzung von 247 Kilometern Gas- und Stromleitungen in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen Hoheneck, Mitteldorf, Gablenz und Oberdorf. Derzeit wird das Netz von den VWS betrieben. Bis eine Entscheidung getroffen ist, bleibt es auch dabei. Geschäftsführer Hendrik Haertwig kündigte diese Woche bereits an, ein neues Angebot abzugeben, sobald die Stadt die Nutzung des Netzes neu ausschreibt. Die Eins Energie erwägt gleichfalls, sich erneut zu beteiligen.

Und auch der Sieger des ersten Verfahrens, die Stadtwerke Schneeberg, will sich wieder an der Vergabe beteiligen. "Wir hatten mit Abstand das beste Angebot abgegeben und ich denke, dass wir uns erneut durchsetzen können", sagte Geschäftsführer Gunar Friedrich am Donnerstag. Wann es zu einem neuen Bieterverfahren kommt, ist derzeit noch unklar. Laut Katharina Mann will sich die Verwaltung zunächst juristisch beraten lassen, um Fehler zu vermeiden. (pc/tjm)

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