Stadt und Unternehmen besiegeln Kooperation

Lößnitz und Envia M arbeiten zusammen bei Gas- und Stromnetz

Lößnitz.

Es ist der Schlusspunkt unter einem Reifeprozess, der rund zehn Jahre gedauert hat: Am gestrigen Montag haben die Stadt Lößnitz und der Energieversorger Envia M einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Dieser besiegelt die künftige Zusammenarbeit in der Lößnitz Netz GmbH.

"Schon 2009, als die Konzessionsverträge für Strom und Gas vor dem Auslaufen standen, gab es den Gedanken, sich als Stadt mehr am Netz zu beteiligen", sagte Bürgermeister Alexander Troll (CDU). Mit der Wiedervergabe an Envia M im Jahr 2012 erklärte sich der Konzern zu einer Kooperation mit Lößnitz bereit und gründete die Lößnitz Netz GmbH. Deren Geschäftsführung liegt in Händen von Uwe Nickel (Foto). Er sagt: "Es wird sicher eine spannende Zusammenarbeit." Er erhofft sich im Sinne der Stadt einen größeren Einfluss auf strategische Planungen. "Wir können dafür eintreten, was uns mit Blick auf die Netzentwicklung wichtig ist." Troll erklärt: "Es gibt nur ein Netz. Gebraucht wird es immer. Der Schritt macht Sinn."

In die Lößnitz Netz GmbH hat sich die Stadt für rund 1,6 Millionen Euro mit zunächst 25,1 Prozent eingekauft. Die restlichen 74,9 Prozent entfallen auf Envia M. Ziel der nächsten Jahre ist laut Troll der Ausbau der städtischen Anteile auf bis zu 51 Prozent. Die Lößnitz Netz GmbH ist für die Strom- und Gasleitungen in der Muhme zuständig und verpachtet sie an Firmen, die die Versorgung in der Stadt übernehmen. Beim Strom ist das die Envia-Tochter Mitnetz Strom, beim Gas die Envia-Tochter Mitnetz Gas. Mit der Kooperation soll das Netz "rekommunalisiert" werden. Nach der Wende hatten fast alle Kommunen ihre Leitungsrechte in Form von Konzessionen abgegeben. (ane)

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