Stadtrat schwitzt bei Fitness-Projekt

Das Aqua-Sport- und Fitnesscenter in Zwönitz wird teurer als geplant. Der Bürgermeister sieht es dennoch als Gewinn.

Zwönitz.

Der Zwönitzer Stadtrat kam bei seiner jüngsten Sitzung diese Woche ins Schwitzen. Grund: Der Neubau eines Aqua-Sport- und Fitnesscenters mit Sauna am neuen Hallenbad wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Rund 700.000 Euro mehr sollte der Stadtrat locker machen, doch der hatte zuvor Diskussionsbedarf.

"Anders als geplant muss nun auch der erste Stock für Rollstuhlfahrer erreichbar sein. Deshalb brauchen wir einen Fahrstuhl", erklärte Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU). Diese Bedingung habe das Bundesinnenministerium gestellt, das den Neubau mit 45 Prozent fördern will. "Eigentlich wollten wir das Gebäude so gestalten, dass es im ersten Obergeschoss keine für Rollstuhlfahrer nutzbaren Angebote gibt", erläuterte Triebert die ursprüngliche Planung.

Auf Grundlage der neuen Bedingungen und der Anpassung an die aktuellen Baupreise kommen die Planer auf rund vier Millionen Euro. "Zudem wurde uns als Bedingung gestellt, eine Kostenreserve von zehn Prozent mit einzuberechnen", sagte der Bürgermeister weiter. Damit steigen die Gesamtkosten des Projektes auf fast 4,5 Millionen Euro. "Ob wir diese Reserve tatsächlich benötigen, kann ich nicht sagen. Denn niemand weiß, ob die Baupreise noch weiter steigen werden."

Aufgrund der guten Auftragslage haben in den vergangenen Jahren die Baufirmen deutlich die Baupreise angezogen. Viele Kommunen in der Region mussten bei den Ausschreibungen feststellen, dass sie zu niedrig kalkuliert hatten. Manchmal meldete sogar gar keine Baufirma ihr Interesse an.

Trotz der Mehrkosten bleibt aber die Fördersumme des Bundes bei rund 1,7 Millionen Euro. Mit einer Modellrechnung zeigte der Bürgermeister seinen Stadträten, dass sich bei einer Pacht von 4,70 Euro pro Quadratmeter die Kosten für das Aqua-Sport- und Fitnesscenter nach 50 Jahren ausgeglichen hätten.

Auf die Frage der Stadträte, ob es denn einen Betreiber für das neue Sportcenter gebe, erklärte Triebert, dass es zwei Interessenten gemeinsam betreiben wollen. Mit ihnen sei die höhere Pacht jedoch noch nicht abgesprochen. Bei 1252 Quadratmetern wären das 250,40 Euro mehr pro Monat.

"Das Risiko ist für die Stadt gering. Der Nutzen durch eine höhere Wohnqualität für Zwönitz groß", versuchte der Bürgermeister seine Stadträte zu überzeugen. Das gelang nicht ganz. Drei von 22 Stadträten stimmten gegen das Projekt. Zwei enthielten sich.

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