Stadtrat von Geyer setzt Geocachern Grenzen

Verstecke für die digitale Schatzsuche müssen nun genehmigt werden. Das soll dank Formularen im Internet unkompliziert möglich sein. Im Wald sind Gebiete fernab von Wanderwegen tabu.

Geyer.

Das einstige Armenhaus an der Elterleiner Straße und der ehemalige Baumarkt an der Bahnhofstraße sind schon seit einiger Zeit aus dem Stadtbild von Geyer verschwunden. Doch beim Geocaching spielen sie noch immer eine Rolle. Unter dem Namen "Endlich weg" und "Endlich weg II" kann man in der Nähe mithilfe von im Internet veröffentlichten geografischen Koordinaten und GPS auf eine Art Schatzsuche gehen. Das sind nur zwei Beispiele für ein Hobby, das beliebt ist - in Geyer zuletzt aber auch für Ärger gesorgt hatte. Aus Sicht der Stadt als großem Waldbesitzer war alles aus dem Ruder gelaufen. Nun greifen mit Zustimmung des Stadtrats neue Regeln.

Für Geocacher bedeutet das, dass sie ihre Verstecke auf Geyerscher Flur nun kostenlos genehmigen lassen müssen. Auf der Internetseite der Stadt wurde ein eigener Punkt "Geocaching in Geyer" eingerichtet, und es gibt eine Ansprechpartnerin - Katja Klaus, die Leiterin der Touristinformation. Weitere Vorgaben: Die Verstecke sollen entlang der farbig markierten Hauptwanderwege gelegt werden. Auch Finnhütten, Sitzgruppen und Wegweiser - ausgenommen die Jagdhütte - dürfen genutzt werden, ohne diese dabei zu beschädigen. Zudem ist Geocaching im Wald und in waldnahen Gebieten im Allgemeinen nur noch von einer Stunde nach Sonnenaufgang bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang erlaubt. Das ist mit Geocachern aus der Region ebenso besprochen worden wie mit den Jagdpächtern.


Dass Geocacher Genehmigungen vom Eigentümer für das Verstecken einholen sollen, ist eigentlich nicht neu. Es steht auch in den Richtlinien des Portals www.geocaching.com, auf dem ein Großteil der Verstecke gelistet ist. Doch die Realität sieht oft anders aus. In Geyer hatte das und die Art und Weise, wie manche Verstecke gewählt und die Caches angebracht worden waren, dazu geführt, dass die Stadt mit Zustimmung des Rats eine Frist setzte. Bis Anfang Mai mussten alle Geocaches von kommunalen Flächen entfernt oder deaktiviert werden. Das Ganze zog Reaktionen von Geocachern aus dem ganzen Bundesgebiet nach sich. "Es gab sachliche Zuschriften, aber ich bin auch beschimpft worden", sagt Bürgermeister Harald Wendler. Die Stadt konnte indes Kontakt zu einem Reviewer aufnehmen. Diese überprüfen für das Portal www.geocaching.com, ob Vorgaben wie Genehmigungen eingehalten werden. Das sei nun abgestimmt.

"Natürlich ist das mit Einschränkungen verbunden. Aber es gehört schon dazu, den Eigentümer zu fragen", kommentiert Geocacher Toni Freitag, der bei den Gesprächen dabei war, die neuen Regeln. Das Gute sei, dass es eine direkte Ansprechpartnerin gibt und man alles von der städtischen Internetseite herunterladen könne. Nach seiner Kenntnis sind die Genehmigungsanfragen für einen Großteil der Caches auf Geyerscher Flur schon eingereicht und bestätigt. Der Frist sei man damals nachgekommen, auch wenn dieser Weg der Stadt vielleicht nicht glücklich gewesen sei. "Wir haben die Geocaches rausgenommen und zum Teil wieder neu gelegt", so der Elterleiner. Insgesamt rede man nun von etwa 60 bis 70 Verstecken im Gemarkungsgebiet Geyer, einige davon befänden sich aber auf Privatflächen.

Zum Vergleich: Auch der Staatsbetrieb Sachsenforst hat Regeln für das Geocaching veröffentlicht. Genehmigungen für einzelne Verstecke werden dort aber nicht verlangt. Anders sieht das beispielsweise bei Rundwegen als solchen aus.

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