Sternengucker können wieder in den Nachthimmel schauen

Nach einjähriger Schließzeit öffnet zur Museumsnacht das Schneeberger Planetarium. Ein besonderer Blickfang entstand.

Schneeberg.

Über ein Jahr lang mussten sich die Sternengucker der Region gedulden. Doch nun ist es endlich so weit. Am heutigen Mittwoch werden das Zeiss Planetarium und die Sternwarte Schneeberg wieder eröffnet. "Die Besucher werden die Innenräume nicht wiedererkennen", ist sich Steffen Georgi sicher. Der Leiter des Auer Kulturhauses ist für die Einrichtung, die zum Kulturbetrieb des Landkreises gehört, verantwortlich. Der DDR-Charme der 1970er-Jahre sei Vergangenheit: "Mit der Sanierung wurde die Sternwarte vom 20. ins 21. Jahrhundert geholt. Nach zahlreichen Investitionen in der Vergangenheit ist sie nun gut für die Zukunft aufgestellt."

Rund 550.000 Euro wurden in das Gebäude gesteckt, das 1953 errichtet wurde. Als erstes war das Planetarium entstanden. Initiator war der Schneeberger Lehrer Kurt Heidel, der mit seiner Begeisterung für die Astronomie weitere Mitstreiter ansteckte. Doch es dauerte noch 21 Jahre, bis die Sternwarte dazu kam. Die Bauarbeiten dafür wurden am Feierabend in der Aktion "Mach mit" geleistet. Die Kinder der ganzen Region besuchten damals die Volkssternwarte zum Astronomieunterricht. Mittlerweile ist Astronomie als eigenes Fach an den Schulen gestrichen. Doch die Sternwarte wird immer noch gern von Schulen sowie Kinder- und Jugendgruppen vom Kindererholungszentrum Filzteich (Kiez) genutzt. Deshalb war es nötig, die reife Dame einer Verjüngungskur zu unterziehen.

"Rund 550.000 Euro wurden für die brandschutztechnische Sanierung investiert", sagt Steffen Georgi. Weil dafür auch die komplette Elektrik erneuert werden musste, blieb kein Raum von den Bauarbeiten verschont. Deshalb musste unter anderem die wertvolle Vorführtechnik im Planetarium mit einer dicken Folie vor dem Baustaub geschützt werden. Zudem wurden eine neue Ausgangstür eingebaut, eine neue Klimaanlage installiert und die sanitären Anlagen eingebaut. Damit soll die Sternwarte wesentlich besucherfreundlicher werden. Ein Schmuckstück ist das neue Foyer geworden. Dazu tragen auch die beeindruckenden Fotoaufnahmen bei, die die Decke und die Wände im Foyer sowie das Treppenhaus zieren. "Diese einzigartigen Bilder wurden von Mitarbeitern hier in der Schneeberger Sternwarte aufgenommen", erläutert Steffen Georgi. Doch diese sind nicht allein ein Blickfang. Damit können interessierten Hobbyfotografen nun auch Tipps zur richtigen Technik gegeben werden.

Wenn heute das Wetter mitspielt, können die Besucher dank des größten Spiegelteleskop im Freistaat die Sterne des Oktoberhimmels beobachten. Bis zu 70 Millionen Sterne macht die leistungsfähige Technik sichtbar. Im Vergleich dazu befinden sich nur etwa 6000 Sterne im mit dem Auge sichtbaren Bereich. Astronomische Höhepunkte sind allerdings in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten. Dafür arbeitet das Team der Sternwarte bereits an neuen Programmen für die Besucher. Diese sind speziell abgestimmt auf die kleinen und großen Besucher - vom Vorschulkind bis zum Rentner.


Museumsnacht

Das Programm zur Museumsnacht soll mit Kurzvorträgen Lust auf die Astronomie und das Sternengucken in Schneeberg wecken. Dabei wird auch die Entstehungsgeschichte der 66Jahre alten Einrichtung auf dem Wolfsberg beleuchtet. Die Mitarbeiter der Sternwarte zeigen den Besuchern, was aus dem Traum von Kurt Heidel geworden ist. Der von Sternen begeisterte Lehrer hatte nach dem Zweiten Weltkrieg den Bau des Planetariums initiiert. Nach der Eröffnungsfeier für geladene Gäste hat die Sternwarte am heutigen Mittwoch von 18 bis 24 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist zur Museumsnacht frei. (tjm)

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